Proton VPN ist ein VPN-Dienst der Schweizer Proton AG. Ein VPN baut einen verschlüsselten Tunnel zwischen Gerät und VPN-Server auf. Dadurch sieht eine aufgerufene Website normalerweise die IP-Adresse des VPN-Servers statt der öffentlichen IP des eigenen Internetanschlusses. Das ist besonders in öffentlichen WLANs nützlich. Proton VPN bietet Apps für die wichtigen Desktop- und Mobilplattformen, Browser-Erweiterungen sowie TV- und Router-Lösungen. Der Dienst kombiniert einen dauerhaft kostenlosen Einstieg mit Bezahlplänen, die mehr Serverauswahl, mehr gleichzeitige Geräte und zusätzliche Schutz- und Komfortfunktionen freischalten.
Der kostenlose Tarif ist ein dauerhaft nutzbarer Free-Plan und keine zeitlich begrenzte Testversion. Nach aktuellem Stand sind unbegrenzte Daten enthalten, es kann aber nur ein Gerät gleichzeitig verbunden sein. Free-Nutzer verbinden sich mit Servern in zehn Ländern. Die Auswahl funktioniert nicht so frei wie im Bezahlplan: Beim Serverwechsel wird der nächste freie Server zufällig bestimmt, außerdem kann zwischen mehreren Wechseln eine Wartezeit gelten. Für Personen, die nur gelegentlich eine verschlüsselte Verbindung benötigen oder Proton VPN zunächst ohne Zahlungsdaten nutzen möchten, ist das ein klarer Einstieg. Wer dagegen gezielt ein bestimmtes Land oder einen konkreten Standort auswählen, mehrere Geräte gleichzeitig schützen oder Streaming- und P2P-Funktionen nutzen möchte, benötigt in der Regel einen kostenpflichtigen Tarif.
VPN Plus erweitert den Dienst um bis zu zehn gleichzeitige Geräteverbindungen, eine deutlich größere Auswahl an Ländern und Servern sowie Premiumfunktionen. Dazu gehören Streaming auf dafür vorgesehenen Servern, P2P und BitTorrent, NetShield, Secure Core, Split Tunneling und je nach Plattform Port Forwarding. NetShield arbeitet über DNS-Filter und kann bekannte Malware-Domains, Werbung und Tracker blockieren. Secure Core ist Protons Multi-Hop-Funktion: Der Verkehr wird zuerst über besonders kontrollierte Kernserver in der Schweiz, Island oder Schweden geführt, bevor er den normalen Ausgangsserver erreicht. Proton gibt an, diese Secure-Core-Server selbst zu besitzen und zu betreiben. Das kann für Nutzer interessant sein, die einen zusätzlichen Schutz gegen bestimmte netzwerkbasierte Angriffe wünschen, verursacht aber wie jede zusätzliche Weiterleitung potenziell mehr Wegstrecke und damit auch mehr Latenz.
Für die Verbindung setzt Proton VPN vor allem auf moderne Protokolle wie WireGuard. Smart Protocol kann automatisch ein geeignetes Protokoll auswählen, wenn eine Verbindung mit der Standardmethode nicht funktioniert. Stealth soll VPN-Verkehr weniger leicht erkennbar machen und ist vor allem für restriktive Netze oder Regionen mit VPN-Sperren gedacht. 2026 rollt Proton eine neue technische Basis unter dem Namen Proton Protocols aus; Teile davon befinden sich je nach Plattform noch im Übergang oder Beta-Status. Gleichzeitig werden ältere Verfahren schrittweise zurückgenommen: OpenVPN und IKEv2 sind auf mehreren Plattformen nicht mehr der strategische Schwerpunkt, und Tor over VPN wird im offiziellen Produkt-Lifecycle als veraltet geführt. Für Nutzer bedeutet das, dass die Funktionsmatrix nicht auf jedem Betriebssystem identisch ist und sich während des laufenden Umbaus weiter verändern kann.
Zum Sicherheitsumfang gehören ein Kill Switch, DNS-Leak-Schutz, Forward Secrecy und nach Anbieterangaben vollständige Festplattenverschlüsselung auf den VPN-Servern. Der Kill Switch soll den Internetverkehr sperren, wenn die VPN-Verbindung unerwartet abbricht, damit die normale Verbindung nicht unbemerkt außerhalb des Tunnels weiterläuft. Split Tunneling arbeitet in die andere Richtung: Bestimmte Apps oder Websites können gezielt vom VPN ausgenommen werden oder nur ausgewählte Verbindungen werden durch den Tunnel geschickt. Welche Kombinationen möglich sind, hängt vom Betriebssystem ab. Auch IPv6, benutzerdefinierte DNS-Server, lokale Netzwerkfreigaben und Port Forwarding unterscheiden sich je nach App. Wer eine konkrete Spezialfunktion benötigt, sollte deshalb nicht nur die allgemeine Funktionsliste, sondern die Dokumentation der verwendeten Plattform prüfen.
Die Plattformabdeckung ist breit. Offizielle Apps gibt es für Windows, macOS, Linux, Android sowie iPhone und iPad. Hinzu kommen Chrome- und Firefox-Erweiterungen, Android TV, Apple TV und Fire TV. Router lassen sich ebenfalls mit Proton VPN konfigurieren, wodurch Geräte geschützt werden können, auf denen keine eigene Proton-App läuft. Für Linux stellt Proton eine grafische Oberfläche und eine Kommandozeilenlösung bereit; die offizielle CLI ist allerdings nicht als universeller Client für jeden beliebigen Headless-Server zu verstehen. Die Browser-Erweiterungen sind ebenfalls abzugrenzen: Sie leiten den Verkehr des Browsers über Proton VPN, ersetzen aber nicht automatisch den vollständigen Geräteschutz einer Desktop-App. Auf iOS unterstützt Proton inzwischen auch Siri-Kurzbefehle und Automationen, die Verbindungen nach Zeit oder Ort auslösen können.
Beim Datenschutz trennt Proton die VPN-Verbindungsdaten von den Kontodaten. Nach der veröffentlichten No-Logs-Richtlinie werden keine besuchten Websites, Verkehrsinhalte, IP-Adressen, Sitzungsdauer oder standortbezogenen Informationen aus VPN-Sitzungen protokolliert. Diese Aussage wurde 2026 zum fünften Jahr in Folge durch einen externen Audit der Infrastruktur von Securitum überprüft. Proton veröffentlicht den vollständigen Bericht und stellt die Client-Apps als Open Source bereit. Das bedeutet nicht, dass rund um ein Proton-Konto überhaupt keine Daten existieren: Für Konto, Abrechnung, Support und Missbrauchsschutz werden andere Informationen verarbeitet. Die VPN-Datenschutzerklärung nennt für bestimmte verschlüsselt gespeicherte Kontoinformationen Standorte in der Schweiz, Deutschland oder Norwegen. Unternehmen sollten daraus keine pauschale DSGVO-Garantie ableiten, sondern Vertragslage, Datenverarbeitung und eigene Anforderungen separat prüfen.
Auch die Rechts- und Transparenzseite ist für die Einordnung relevant. Die Dienste werden laut aktuellen Nutzungsbedingungen von Proton AG betrieben, einem Schweizer Unternehmen mit Sitz in Plan-les-Ouates im Kanton Genf. Proton wurde 2014 gegründet; Proton VPN kam später als eigener Dienst hinzu. Das Unternehmen veröffentlicht einen Transparenzbericht zu behördlichen Anfragen und erklärt dort, wegen der No-Logs-Architektur keine identifizierenden VPN-Verbindungsprotokolle liefern zu können. Für den normalen Verbraucherbereich sollte Proton VPN zugleich nicht mit Proton VPN for Business vermischt werden. Die Business-Variante ergänzt zentrale Verwaltung und weitere Unternehmensfunktionen. Wer SSO, SCIM, dedizierte Firmen-IP-Adressen oder zentrale Teamverwaltung benötigt, sollte deshalb das Business-Angebot getrennt bewerten.
Beim Preis ist der kostenlose Einstieg eindeutig: 0 Euro, dauerhaft nutzbar, ein Gerät und zehn Länder mit eingeschränkter Serverwahl. Die deutsche Preis-Seite zeigt die kostenpflichtigen Tarife aktuell dynamisch und liefert beim automatisierten Abruf teilweise Platzhalter statt belastbarer Websitepreise. Deshalb sollte kein selbst berechneter oder aus einer anderen Region übertragener Bezahlpreis als offizieller Deutschlandpreis ausgegeben werden. Im deutschen Apple App Store sind zwar EUR-In-App-Käufe sichtbar, diese sind aber nicht automatisch identisch mit dem allgemeinen Website-Checkout. Für kostenpflichtige Abonnements nennt Proton eine 30-Tage-Geld-zurück-Garantie. Das ist keine kostenlose Testphase. Als Zahl für den ToolWissen-Einstieg ist daher der echte Free-Tarif mit 0 Euro die sauberste und dauerhaft nachvollziehbare Angabe.
Die öffentlichen Nutzerbewertungen fallen je Plattform unterschiedlich aus. Google Play ist mit rund 1,27 Millionen sichtbaren Rezensionen der mit Abstand größte geprüfte Bestand und zeigt aktuell 4,6 von 5 Sternen. Die regionalen Apple-App-Store-Profile liegen ebenfalls bei 4,6 von 5: Deutschland zeigt 10.824 Bewertungen, die USA rund 100.000 und das Vereinigte Königreich rund 31.000. Chrome und Firefox liefern zusätzliche Bewertungen der offiziellen Browser-Erweiterungen. Trustpilot fällt mit 2,1 von 5 bei 976 Bewertungen deutlich kritischer aus. Dort betreffen wiederkehrende Beschwerden unter anderem langsame oder abbrechende Verbindungen, Schwierigkeiten mit einzelnen Websites sowie Support- und Abrechnungserfahrungen. Solche Plattformwerte beziehen sich teils auf unterschiedliche Apps und Nutzungssituationen und sollten deshalb nicht zu einer künstlichen Gesamtbewertung zusammengerechnet werden.
Für die meisten Privatnutzer ist die Kernentscheidung damit relativ klar. Proton Free passt, wenn ein einzelnes Gerät, zehn zufällig nutzbare Länder und unbegrenzte Daten genügen. VPN Plus wird interessant, wenn bis zu zehn Geräte, gezielte Länderwahl, Streaming, P2P, Secure Core, NetShield oder weitere Komfortfunktionen benötigt werden. Besonders stark ist Proton VPN für Nutzer, denen offene Client-Quellcodes, veröffentlichte Audits und eine nachvollziehbare No-Logs-Architektur wichtig sind. Weniger passend ist der Consumer-Tarif für zentrale Unternehmensverwaltung, für mehr als zehn direkte gleichzeitige Geräte ohne Routerlösung oder für Nutzer, die auf jeder Plattform exakt dieselben Funktionen erwarten. Direkte Alternativen sind unter anderem Mullvad, NordVPN, Surfshark, Windscribe, IVPN, ExpressVPN, Private Internet Access, hide.me und TunnelBear; Unterschiede liegen vor allem bei Preisstruktur, Gerätezahl, Servernetz, Datenschutzmodell und Zusatzfunktionen.