ClickFunnels ist eine cloudbasierte Verkaufs- und Marketingplattform, deren Kern der Aufbau mehrstufiger Sales Funnels ist. Statt nur eine Landingpage zu erstellen, lassen sich Lead-Erfassung, Verkaufsseite, Checkout, Zusatzangebote und automatisches Follow-up zu einer durchgehenden Verkaufsstrecke verbinden. Der visuelle Editor arbeitet per Drag-and-drop und mit Vorlagen. Zusätzlich gehören E-Mail-Marketing, CRM, Automationen, A/B-Tests, Analytics, Kurse, Communities, Shops, Terminbuchung und ein Affiliate Center zum Angebot. Damit richtet sich ClickFunnels an Anbieter, die mehrere Schritte ihres Verkaufsprozesses zentral steuern möchten.
Ein typischer Ablauf beginnt mit einem Workspace für eine Marke oder ein Projekt. Darin wird ein Funnel angelegt, der beispielsweise mit einer Opt-in-Seite startet, anschließend auf eine Angebots- oder Verkaufsseite führt und danach einen Checkout öffnet. Im Checkout können Order Bumps eingebaut werden, also zusätzliche Angebote, die Kunden direkt zur Bestellung hinzufügen können. Nach dem Kauf lassen sich One-Click-Upsells oder weitere Folgeseiten einsetzen. Der Vorteil dieses Aufbaus liegt darin, dass die einzelnen Schritte nicht als voneinander getrennte Webseiten behandelt werden, sondern als zusammenhängende Verkaufsstrecke. Besucher und Verkäufe können anschließend über die integrierten Analysefunktionen ausgewertet und Varianten über A/B-Tests gegeneinander geprüft werden.
ClickFunnels deckt inzwischen deutlich mehr ab als den klassischen Funnel-Builder. Landingpages und normale Website-Seiten können im selben Konto veröffentlicht werden, außerdem gibt es einen Blog, einen Store, globale Produkte und ein Customer Center für die Auslieferung gekaufter Inhalte. Online-Kurse und Mitgliederbereiche lassen sich direkt mit den Verkaufsprozessen verbinden. Communities können ebenfalls innerhalb der Plattform aufgebaut werden. Für beratungs- oder terminbasierte Geschäftsmodelle stehen Buchungs- und Kalenderfunktionen zur Verfügung. CRM-Pipelines helfen dabei, Verkaufschancen nachzuverfolgen. Der Message Hub bündelt Kommunikation mit Kontakten, während Short Links für Weiterleitungen und Tracking genutzt werden können.
E-Mail-Marketing und Automationen sind ebenfalls Teil der Plattform. Kontakte können zentral im CRM gespeichert, segmentiert und über Broadcasts oder automatisierte Sequenzen angesprochen werden. Workflows reagieren auf definierte Ereignisse oder Kontaktdaten und können Folgeaktionen auslösen. Das ist besonders praktisch, wenn ein Lead nach einer Anmeldung andere Nachrichten erhalten soll als ein Käufer oder Kurskunde. Die Tiefe dieser Automatisierung hängt jedoch vom gebuchten Tarif ab. Erweiterte Workflows, mehr CRM-Kapazität und zusätzliche Kalenderfunktionen sind in höheren Plänen verfügbar. Unternehmen sollten deshalb nicht nur prüfen, ob eine Funktion grundsätzlich existiert, sondern ob sie bereits im gewünschten Tarif enthalten ist.
Für externe Systeme bietet ClickFunnels Integrationen sowie eine eigene API und Webhooks. API bedeutet, dass andere Programme strukturiert auf bestimmte ClickFunnels-Funktionen oder Daten zugreifen können. Webhooks senden Ereignisse automatisch an andere Systeme, etwa wenn ein bestimmter Vorgang ausgelöst wird. Beide Möglichkeiten sind nach der aktuellen Tarifmatrix jedoch erst ab Scale vollständig verfügbar. Auch der Custom Code Editor beginnt dort. Für Nutzer des Launch-Tarifs ist das wichtig, wenn tiefe technische Anbindungen oder eigene Anpassungen bereits zum Start benötigt werden. Einfache Drittanbieter-Verbindungen können über vorhandene Integrationen oder Automationsdienste umgesetzt werden.
Bei der Datenmitnahme ist die Situation gemischt. Kontakte können per CSV importiert und wieder exportiert werden, auch Bestell- und Kontaktdaten lassen sich für weitere Verarbeitung ausgeben. Damit besteht bei zentralen Geschäftsdaten keine vollständige Bindung an das System. Weniger portabel sind dagegen komplette Funnel-Strukturen, Layouts, plattformspezifische Automationen und interne Einstellungen. Für diese Inhalte wurde kein universeller Export bestätigt, mit dem ein vollständiges ClickFunnels-Projekt unverändert in ein anderes System übertragen werden kann. Für Unternehmen, die langfristig jederzeit zu einer anderen Plattform wechseln möchten, ist dieser Unterschied zwischen exportierbaren Rohdaten und proprietären Projektstrukturen wichtig.
ClickFunnels wird als Cloud-Dienst über den Browser genutzt. Eigenes Hosting für die Funnel-Seiten ist nicht notwendig; der Anbieter nennt Hosting als Bestandteil aller aktuellen Tarife. Eine Self-hosted- oder klassische On-Premise-Version wurde im aktuellen offiziellen Angebot nicht gefunden. Auch vollständige Offline-Nutzung ist für den Hauptdienst nicht vorgesehen. Für mobile Nutzung existiert die offizielle ClickFunnels Portal App für iOS und Android. Sie dient vor allem als Zugang zu bestimmten Portal-, Kurs- und Community-Bereichen und ersetzt nicht den vollständigen webbasierten Funnel-Editor. Die Hauptarbeit am Funnel erfolgt daher weiterhin in der Web-Anwendung.
Beim Preis ist für Deutschland wichtig, dass ClickFunnels auf der offiziellen Preisseite weiterhin in US-Dollar abrechnet. Für den regulären monatlichen Einstieg kostet Launch 97 USD pro Monat. Scale kostet 197 USD und Optimize 297 USD pro Monat. Bei Jahreszahlung zeigt ClickFunnels niedrigere rechnerische Monatswerte von 81, 164 beziehungsweise 248 USD, die Abrechnung erfolgt dabei jedoch jährlich. Dominate wird mit 5.997 USD pro Jahr angeboten. Für ToolWissen wird deshalb der tatsächliche monatliche Launch-Originalpreis von 97 USD gespeichert und nicht selbst in Euro umgerechnet. Eine mögliche Euro-Anzeige übernimmt das zentrale Währungssystem. Aktionspreise oder rechnerische Monatsäquivalente aus Jahresverträgen dürfen nicht als eigener offizieller Monatstarif behandelt werden.
Der Launch-Tarif enthält nach der aktuellen Preistabelle einen Workspace, zwei Teammitglieder, 10.000 Kontakte, 50.000 E-Mails pro Monat, drei Kurse, fünf eigene Domains und einen Store. Besucher sind unbegrenzt. ClickFunnels bewirbt zurzeit auch unbegrenzte Funnels, kennzeichnet diese Aussage aber ausdrücklich mit „Limited Time“, weshalb sie bei einer späteren Aktualisierung erneut geprüft werden sollte. Scale erhöht unter anderem Workspaces, Teammitglieder, Kontakte und E-Mail-Volumen und schaltet Custom Code, Webhooks und vollen API-Zugriff frei. Optimize und Dominate erhöhen die Mengen weiter und bieten zusätzliche Support- und Onboarding-Leistungen.
Ein dauerhafter Gratis-Tarif wird nicht angeboten. Für die reguläre Plattform wird eine 14-tägige kostenlose Testphase beworben. ClickFunnels kann daneben zeitweise andere Aktionen anbieten, zum Beispiel spezielle Challenges mit abweichenden Trial-Zeiträumen; solche Sonderaktionen sind nicht mit der normalen Testphase gleichzusetzen. Die Preis-FAQ nennt außerdem eine 30-Tage-Geld-zurück-Garantie. Die aktuellen Nutzungsbedingungen enthalten zugleich strengere Regelungen zu Kündigung und Erstattung, unter anderem Fristen vor der nächsten Abrechnung und Einschränkungen bei Erstattungen. Deshalb sollte eine Geld-zurück-Aussage nicht ohne Hinweis auf die jeweils gültigen Checkout- und Vertragsbedingungen als uneingeschränkte Garantie dargestellt werden.
Der rechtliche Betreiber ist Etison, LLC. Die aktuelle Datenschutzerklärung nennt als Kontaktadresse 225 Reformation Pkwy, Suite 204, Canton, Georgia 30114, USA. ClickFunnels stellt ein Data Processing Addendum bereit, also einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung. Darin sind EU-Standardvertragsklauseln für internationale Datenübermittlungen enthalten. Das DPA nennt außerdem grundsätzlich eine Aufbewahrung von Daten für zwei Jahre nach Ende der Kundenbeziehung, soweit keine andere gesetzliche Pflicht gilt. Weil der Anbieter in den USA sitzt und internationale Verarbeitung möglich ist, sollte bei geschäftlicher Nutzung in Deutschland geprüft werden, welche Daten im Funnel verarbeitet werden, welche Unterauftragnehmer beteiligt sind und welche zusätzlichen Datenschutzmaßnahmen für den konkreten Einsatz erforderlich sind. Eine pauschale Aussage, ClickFunnels sei in jedem Nutzungsszenario automatisch DSGVO-konform, wäre nicht belastbar.
Auch bei Sicherheit und Datentypen ist eine sachliche Einordnung wichtig. ClickFunnels beschreibt Verschlüsselung bei Übertragung und Speicherung, Backups sowie den Einsatz großer Cloud-Infrastrukturen. Gleichzeitig enthalten die Nutzungsbedingungen klare Grenzen für besonders sensible Informationen. Bestimmte Daten wie Kreditkarteninformationen außerhalb vorgesehener Zahlungsprozesse, Passwörter, Bankkontoinformationen oder sensible Gesundheits- und Finanzdaten sollen nicht als normale Kundendaten in die Plattform importiert werden. Für reguläre Marketing-, Lead- und Verkaufsdaten ist ClickFunnels konzipiert; für Anwendungen mit besonders hohen Anforderungen an medizinische, finanzielle oder vollständig interne Datenverarbeitung ist eine speziell dafür ausgelegte Lösung eher geeignet.
Die öffentlichen Nutzerbewertungen sind insgesamt überwiegend positiv, unterscheiden sich aber je Plattform. Trustpilot ist mit 2.446 Bewertungen und 4,6 von 5 die größte aktuell bestätigte Quelle. SaaSworthy weist 4,6 von 5 bei 1.976 Ratings aus, Crozdesk 4,57 von 5 bei 1.031 User Ratings. Capterra, GetApp und Software Advice zeigen jeweils 4,5 von 5 bei 666 Bewertungen und gehören zum Gartner-Digital-Markets-Umfeld; diese Bestände dürfen nicht zusammengerechnet werden. G2 zeigt 4,6 von 5 bei 417 Bewertungen. Häufig genannte Stärken sind der schnelle Aufbau von Funnels, Vorlagen, integrierte Verkaufsschritte und der Vorteil, mehrere Marketingfunktionen in einem Konto zu bündeln. Wiederkehrende Kritik betrifft den Preis, Lernaufwand, technische Probleme, Ladezeiten und begrenzte Anpassungsmöglichkeiten in bestimmten Bereichen.
ClickFunnels passt besonders gut zu Selbstständigen, Coaches, Creator, Kursanbietern, Affiliate-Marketern, Agenturen und kleineren Unternehmen, wenn Sales Funnels den Mittelpunkt des Geschäfts bilden. Wer Leads erfassen, Produkte oder digitale Angebote verkaufen, Upsells nutzen und anschließend per E-Mail nachfassen möchte, erhält dafür einen weitgehend zusammenhängenden Werkzeugkasten. Weniger sinnvoll ist die Plattform für Nutzer, die nur eine einzelne einfache Landingpage brauchen, zwingend ein dauerhaft kostenloses Angebot suchen oder vollständige Kontrolle über einen eigenen Server benötigen. Für sehr große Shops, tiefes Enterprise-CRM oder stark regulierte Datenverarbeitung sind spezialisierte Systeme oft passender.
Zu den direkten Alternativen gehört systeme.io, das einen günstigeren beziehungsweise kostenlosen Einstieg mit Funnel-, E-Mail- und Kursfunktionen bietet. GoHighLevel richtet sich stärker an Agenturen und Mehrkunden-Strukturen. Kajabi konzentriert sich besonders auf Creator, Kurse und Mitgliederbereiche. Kartra verfolgt ebenfalls einen All-in-One-Ansatz für Marketing und Verkauf. Leadpages und Unbounce sind schlanker, wenn primär Landingpages und Conversion-Optimierung benötigt werden. GetResponse ist interessant, wenn E-Mail-Marketing und Automation wichtiger als die maximale Funnel-Tiefe sind. HubSpot bietet wiederum ein deutlich breiteres CRM-, Marketing- und Sales-Ökosystem für Unternehmen. Die sinnvollste Wahl hängt daher vor allem davon ab, ob Funnel-Tiefe, CRM, Kurse, Agenturverwaltung, Preis oder Datenkontrolle den größten Stellenwert haben.