bunny.net ist eine in Slowenien betriebene Cloud- und Edge-Plattform für die schnellere Auslieferung, Speicherung und Absicherung von Online-Inhalten. Der bekannteste Dienst, Bunny CDN, verteilt Bilder, Stylesheets, Skripte, Downloads und andere Dateien über ein weltweites Netzwerk von Serverstandorten. Statt jeden Abruf direkt an den Webserver zu senden, kann das CDN häufig benötigte Dateien in der Nähe der Besucher zwischenspeichern. Über das Dashboard werden dafür sogenannte Pull Zones, Ursprungsserver, Cache-Regeln und eigene Domains eingerichtet. Dazu kommen separat nutzbare Speicher-, Video-, DNS- und Sicherheitsdienste.
Für den Einstieg in Bunny CDN wird eine Pull Zone angelegt. Sie verbindet die Adresse der vorhandenen Website oder eines anderen Ursprungsservers mit dem CDN. Danach können statische Dateien über eine bereitgestellte CDN-Adresse oder eine eigene Subdomain ausgeliefert werden. Für eine eigene Subdomain wird im DNS meist ein passender CNAME-Eintrag angelegt. HTTPS-Verbindungen und Zertifikate lassen sich einrichten. Ein CDN ersetzt dabei keine bestehende Website-Software: Inhalte, Datenbanken und dynamische Seiten bleiben in der Regel auf dem bisherigen Hosting oder einer anderen Anwendungsplattform.
Die Zwischenspeicherung kann über Laufzeiten, eigene Edge-Regeln und gezieltes Leeren des Cache gesteuert werden. So lassen sich nach Änderungen einzelne oder mehrere zwischengespeicherte Dateien aktualisieren. Der Anbieter nennt außerdem Perma-Cache, Header- und Weiterleitungsregeln, Zugriffsbedingungen, Token-Schutz, Hotlink-Schutz sowie regionale Steuerungsmöglichkeiten. Wichtig ist, dass Bunny CDN laut FAQ Änderungen am Ursprungsserver nicht grundsätzlich selbst erkennt. Ohne passenden Ablaufzeitpunkt oder gezielte Löschung kann weiterhin eine ältere Dateifassung ausgeliefert werden. Eine automatische Vorbefüllung des Cache wird in der FAQ nicht als vorhandene Standardfunktion beschrieben.
Bei den CDN-Preisen stehen ein Standardnetz mit regional unterschiedlichen Preisen und ein Volume-Netz für größere Datenmengen zur Wahl. Für Europa und Nordamerika werden im Standardnetz 0,01 USD je ausgeliefertem GB genannt. Der Preis in Asien und Ozeanien liegt bei 0,03 USD/GB, in Südamerika bei 0,045 USD/GB und im Nahen Osten sowie Afrika bei 0,06 USD/GB. Im Volume-Netz startet die erste veröffentlichte Mengenstufe bei 0,005 USD/GB und besitzt weniger Standorte als das Standardnetz. Der Mindestbetrag von 1 USD pro Monat für aktive Zonen ist keine unbegrenzte Flatrate; übertragene Datenmengen werden nach den geltenden Tarifregeln abgerechnet. Die öffentlich geprüfte Preisauszeichnung erfolgt in USD, nicht in einem bestätigten deutschen EUR-Originalpreis.
Die offizielle Website wirbt mit einer 14-tägigen kostenlosen Testphase ohne Kreditkarte. Das ist von dauerhaft kostenlosen Sonderangeboten zu unterscheiden. Bunny DNS bietet laut Preisübersicht eine kostenlose Anfrageabrechnung für bis zu 500 Zonen, wobei bei alleiniger Nutzung weiterhin eine Mindestkontogebühr greifen kann. Der separate Dienst Bunny Fonts wird kostenlos bereitgestellt. Aus diesen Teilangeboten ergibt sich kein dauerhaft kostenloser allgemeiner CDN-Account. Kontoguthaben wird je nach Nutzung belastet; für größere oder ungewöhnliche Auslieferungsmengen sollten die offiziellen Preisrechner und Budgetgrenzen vorab geprüft werden.
Mit Bunny Storage lassen sich Dateien auf Servern speichern und bei Bedarf über Bunny CDN bereitstellen. Verfügbar sind ein Standard-Speichertyp und ein schnellerer Edge-Typ sowie auswählbare Regionen und zusätzliche Replikationen. Weitere Speicherregionen können die Rechnung erhöhen. Der Anbieter nennt für Standard Storage ab 0,01 USD je GB und Monat für die erste Region. Speicherkosten und spätere CDN-Auslieferung an Besucher sind getrennte Posten. Dateien können unter anderem über die API, SFTP und die Kommandozeile bewegt werden. Die 2026 angekündigte S3-kompatible Schnittstelle befindet sich laut Dokumentation noch in einer öffentlichen Vorschau und kann bei bestehenden Zonen besonderen Einschränkungen unterliegen.
Bunny Stream ist für das Hochladen, Umwandeln, Verwalten und Ausliefern gespeicherter Videos vorgesehen. Eine Videobibliothek, verschiedene Wiedergabequalitäten, ein einbettbarer Player, HLS-Ausgabe, Untertitel und Zugriffsschutz erleichtern die Verwendung auf Websites und in Anwendungen. Verschiedene Encoding-Varianten, zusätzliche Codecs, Schutzfunktionen und professionelle Optionen können von den gewählten Einstellungen oder Tarifen abhängen. Die offizielle Videodokumentation nennt Grenzen unter anderem für Dauer und Auflösung. Live-Streaming kurzer Veranstaltungen ohne vorherige schriftliche Zustimmung wird in den Nutzungsregeln eingeschränkt; Bunny Stream sollte deshalb nicht ungeprüft als allgemeine Livestream-Plattform eingeplant werden.
Bunny Optimizer verarbeitet Bilder bei der Auslieferung, etwa durch Größenanpassung, Zuschnitt oder WebP-Ausgabe an geeignete Browser. Daneben können CSS- und JavaScript-Dateien verkleinert werden. Der veröffentlichte Preis beträgt 9,50 USD pro Website beziehungsweise Pull Zone und Monat. Er ersetzt nicht die zusätzlich anfallenden CDN-Bandbreitenkosten. Für eine Bilderwebsite kann die Reduzierung von Dateigrößen nützlich sein; bei sehr wenigen Bildern lohnt sich ein Vergleich mit bereits vorhandener Bildoptimierung im CMS oder beim Webhoster.
Bunny Shield ergänzt die Plattform um Web-Anwendungsschutz. Eine sogenannte WAF filtert bestimmte verdächtige Webanfragen, weitere Regeln begrenzen Anfrageraten oder reagieren auf Bots. Die öffentlich angebotenen Stufen Basic, Advanced, Business und Enterprise unterscheiden sich bei inkludierten Anfragen, eigenen Regeln und Gebühren. Die Basic-Stufe hat keinen festen Shield-Grundpreis, kann aber Mehrverbrauchskosten verursachen. DDoS-Schutz und weitere Sicherheitsfunktionen sind sinnvoll, schützen eine Website jedoch nicht automatisch vor veralteten Plugins, schwachen Passwörtern oder unsicheren Anwendungen.
Für technische Projekte gibt es zusätzlich Edge Scripting, Bunny Database und Magic Containers. Edge Scripting führt kleine programmierbare Abläufe am Netzwerkrand aus, etwa zur Verarbeitung von Anfragen oder Headern. Bunny Database stellt SQLite-nahe Datenbankfunktionen bereit und ist nach den damaligen Anbieterangaben 2026 noch in einer Vorschauphase. Magic Containers erlaubt länger laufende Anwendungen und APIs in wählbaren Regionen, wobei CPU, Arbeitsspeicher, Speicher, IP-Adressen und Netzwerkverkehr getrennte Kostenfaktoren sein können. Diese Dienste richten sich vor allem an Entwickler; sie sind kein automatisch mitgelieferter Ersatz für das normale Hosting einer WordPress-Website.
Der Dienst wird überwiegend über eine Weboberfläche betrieben. REST-APIs ermöglichen die Verwaltung mehrerer Produktfamilien. Hinzu kommen ein offizielles WordPress-Plugin, ein Kommandozeilenwerkzeug und ein Terraform-Provider zur automatisierten Verwaltung von Infrastruktur. Seit Oktober 2026 kann die CLI mit „bunny sites deploy“ auch fertige statische Websites über Storage und CDN veröffentlichen, inklusive eigener Domain und Rücksprung auf frühere Versionen. Beim WordPress-Plugin wird die Verbindung zum Bunny CDN erleichtert; es beschreibt auch Integrationen für weitere Bunny-Produkte. Ein lokales Kommandozeilenwerkzeug ist kein Hinweis darauf, dass die gesamte CDN-Infrastruktur selbst gehostet werden kann. Eine eigenständige offizielle Smartphone-App für den Hauptdienst war in der bisherigen Recherche nicht sicher nachgewiesen.
Für WordPress und WooCommerce sind korrekte Cache-Ausnahmen wichtig: Warenkorb, Kasse, Anmeldung und persönliche Kontoansichten dürfen nicht ungewollt als gemeinsame statische Inhalte ausgeliefert werden. Bei der Umstellung sollten außerdem Bild- und Dateilinks, gemischte HTTP-/HTTPS-Inhalte, fehlerhafte Weiterleitungen und das Zusammenspiel mit vorhandenen Cache-Plugins geprüft werden. Nach einer Testschaltung empfiehlt sich die Kontrolle typischer Nutzungsabläufe und der Logdaten. Das gilt besonders für Shops, Mitgliederbereiche und Websites mit häufig wechselnden Dateien.
Der rechtliche Betreiber ist BunnyWay d.o.o. mit Sitz in Ljubljana, Slowenien. Die Plattform stellt Informationen zum Datenschutz sowie einen über den Account zugänglichen Auftragsverarbeitungsvertrag bereit. Für Betreiber von Websites in Deutschland ist wichtig, dass bei CDN-Anfragen unter anderem IP-Adressen, angeforderte URLs und technische Header verarbeitet werden können. Die gewählte Speicherregion und mögliche weltweite Netzwerkknoten müssen getrennt betrachtet werden. Ein EU-Unternehmenssitz ist keine Garantie dafür, dass jede Anfrage nur innerhalb der EU verarbeitet wird. Die tatsächlich eingesetzten Dienste, Vertragsdokumente und Unterauftragsverarbeiter sollten vor dem Produktiveinsatz geprüft werden.
Zum Schutz bietet bunny.net unter anderem HTTPS, Zugriffsregeln, Tokenfunktionen und eine separate WAF an. Im Trust Center sind nach Anbieterangaben Sicherheitsdokumente und Informationen zu ISO 27001 verfügbar; aus der bloßen Bereitstellung ergibt sich noch keine Zertifizierung einer konkreten Kundenwebsite. Auch Vertragsbedingungen zu Vorauszahlung, Rückerstattungen, Sperrmöglichkeiten und erlaubten Inhalten verdienen Beachtung. Bei einem späteren Anbieterwechsel müssen neben Dateien häufig DNS-Einträge, CDN-URLs, Videoplayer, Integrationen und Sicherheitseinstellungen angepasst werden. Datenexport über API oder SFTP erleichtert einzelne Schritte, ist aber keine vollständige Ein-Klick-Migration.
Öffentliche bunny.net Erfahrungen stammen von externen Nutzerbewertungen, nicht von einem eigenen Praxistest dieser ToolWissen-Seite. Trustpilot berichtet eine insgesamt hohe Zufriedenheit mit Support und Preis-Leistungs-Eindruck; zugleich nennen einzelne Stimmen eine Lernkurve, Abrechnungsfragen oder gelegentliche Supportprobleme. Bewertungen auf G2 betreffen häufig ausdrücklich Bunny CDN, während WordPress.org vor allem das zugehörige Plugin beurteilt. Diese unterschiedlichen Produkte und Stichproben dürfen nicht zu einer künstlichen Gesamtbewertung addiert werden. Die Ergebnisse sind individuelle Nutzerberichte und kein unabhängiger Leistungstest.
Wer vor allem ein weltweites CDN für eine vorhandene Website sucht, kann bunny.net mit Cloudflare, KeyCDN, CDN77, Fastly oder Amazon CloudFront vergleichen. Für Videos sind spezialisierte Video-Plattformen relevant, für reinen Speicher etwa Backblaze B2 oder Cloudflare R2. Entscheidend sind jeweils das tatsächliche Trafficvolumen, die Zielregionen, gewünschte Funktionen, technische Einrichtung und die Kosten zusätzlicher Produkte. Besonders passend ist bunny.net für Betreiber und Entwickler, die gezielt CDN, Speicher oder Video miteinander verbinden möchten. Wer einen fertigen Homepage-Baukasten oder dauerhaft völlig kostenlose Infrastrukturnutzung erwartet, benötigt eine andere Lösung.