Claude ist ein KI-Assistent von Anthropic für Wissensarbeit, Schreiben, Recherche, Programmieren, Dateianalyse und mehrstufige Aufgaben. Im normalen Ablauf wird eine Frage oder Arbeitsanweisung eingegeben, bei Bedarf werden Dokumente oder andere Dateien ergänzt, und Claude verarbeitet den Gesprächskontext zu Texten, Analysen, Code oder strukturierten Ergebnissen. Claude ist als Web-App, auf Mobilgeräten und als Desktop-Anwendung verfügbar und kann je nach Tarif zusätzliche Arbeitsmodi und verbundene Dienste einbeziehen. Für Deutschland steht eine deutsche Oberfläche zur Verfügung; Unterhaltungen sind auch in vielen weiteren Sprachen möglich.
Im Kern kann Claude Texte verfassen, umschreiben, zusammenfassen und strukturieren, Fragen zu bereitgestellten Inhalten beantworten und längere Dokumente untersuchen. Hochgeladene Dateien lassen sich in einen Arbeitsauftrag einbeziehen, sodass beispielsweise Berichte verglichen, Inhalte extrahiert oder Daten erläutert werden können. Auf der aktuellen Preisseite nennt Anthropic außerdem die Erstellung und Bearbeitung von Dateien mit Codeausführung sowie Funktionen für Datenvisualisierung. Projekte bündeln Chats und Dokumente zu einem gemeinsamen Arbeitskontext. Ein persönliches Gedächtnis kann relevante Informationen über Gespräche hinweg verfügbar halten; dabei sollte geprüft werden, welche Inhalte dauerhaft im Kontext bleiben sollen und welche nicht.
Für aktuelle Informationen kann Claude eine Websuche verwenden. Der Research-Modus geht darüber hinaus und ist für umfangreichere Recherchen gedacht, bei denen mehrere Suchschritte durchgeführt und Quellen in die Antwort einbezogen werden. Research gehört nach der aktuellen Tarifübersicht nicht zum kostenlosen Grundumfang, sondern zu bezahlten Plänen. Damit kann Claude für Marktüberblicke, Themenrecherchen oder die Vorbereitung längerer Texte nützlich sein, ersetzt aber keine Quellenprüfung. Anthropic weist in den eigenen Nutzungsbedingungen ausdrücklich darauf hin, dass Ausgaben falsch, unvollständig oder nicht aktuell sein können und wichtige Aussagen unabhängig geprüft werden sollten.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Verbindung mit bestehenden Arbeitsdiensten. Claude unterstützt Konnektoren und kann je nach Dienst auf Informationen aus Anwendungen wie Google Workspace oder Slack zugreifen. Anthropic beschreibt für Google Workspace unter anderem Verbindungen zu Gmail, Google Calendar und Google Drive. Der Microsoft-365-Konnektor ist inzwischen in allen Claude-Plänen von Free bis Enterprise verfügbar, setzt aber ein geschäftliches Microsoft-365-Konto und eine Einrichtung durch Administratoren voraus. Je nach freigegebenen Schreibwerkzeugen kann Claude dort nicht nur Inhalte durchsuchen und analysieren, sondern auch E-Mails, Kalender und Dateien bearbeiten. Solche Verbindungen können wiederkehrende Arbeit verkürzen; bei vertraulichen Inhalten sollten Berechtigungen und Organisationsregeln dennoch vorab geprüft werden.
Neben dem normalen Chat bietet Anthropic mehrere spezialisierte Arbeitsflächen. Claude Code richtet sich an Entwicklungsaufgaben und kann Code erzeugen, erklären und bearbeiten. Cowork ist für längere, stärker eigenständig ausgeführte Aufgaben gedacht. Mit Claude in Chrome gibt es eine offizielle Browser-Erweiterung, die Webseiten lesen, navigieren und je nach Aufgabe Aktionen unterstützen kann. Browserautomation bringt jedoch ein zusätzliches Sicherheitsrisiko mit: Anthropic warnt selbst vor Prompt-Injection, also versteckten oder manipulierten Anweisungen auf Webseiten, die ein agentisches System beeinflussen können. Solche Funktionen sollten bei sensiblen Konten, Zahlungsseiten oder geschäftskritischen Systemen nur mit passenden Freigaben und Kontrolle genutzt werden.
Bei Dateien geht Claude deutlich über reinen Fließtext hinaus. Offiziell unterstützt werden unter anderem PDF, DOCX, CSV, TXT, HTML, ODT, RTF, EPUB, JSON und – mit Codeausführung – XLSX sowie Bilddateien wie JPEG, PNG, GIF und WebP. Claude kann solche Inhalte im Chat analysieren und bei aktivierter Dateierstellung auch neue Word-Dokumente, Excel-Tabellen, PowerPoint-Präsentationen und PDFs erzeugen. Für Datenarbeit ist das praktisch, weil Tabellen analysiert, Berechnungen ausgeführt und Ergebnisse visualisiert werden können. Trotzdem sollte ein erzeugtes Dokument vor der Weitergabe geprüft werden: Formatierungen, Formeln, Quellen und sachliche Aussagen können Fehler enthalten, auch wenn die Datei technisch korrekt erstellt wurde.
Artifacts sind ein eigener Arbeitsbereich für Ergebnisse, die über eine normale Chatantwort hinausgehen. Damit lassen sich beispielsweise interaktive Visualisierungen, kleine Apps, Werkzeuge oder andere teilbare Ergebnisse erstellen. Claude Design erweitert diesen Ansatz für Prototypen, Wireframes, Präsentationen und weitere visuelle Entwürfe und ist aktuell als Beta-Funktion in bezahlten Plänen eingeordnet. Ergebnisse können je nach Design-Aufgabe unter anderem als PPTX, PDF oder HTML ausgegeben werden. Claude besitzt dabei kein eigenes Modell zur klassischen Foto- oder Illustrationsgenerierung wie spezialisierte Bildgeneratoren; visuelle Layouts, Diagramme und interaktive Inhalte sind von nativer Bildgenerierung zu unterscheiden.
Für wissenschaftliche Arbeit bietet Anthropic mit Claude Science zusätzlich einen spezialisierten, noch als Beta geführten Arbeitsbereich für wissenschaftliche Analysen und Forschungsabläufe. Projekte helfen unabhängig davon, Chats, Dateien und Anweisungen als länger nutzbaren Kontext zu bündeln; im Free-Tarif sind bis zu fünf Projekte möglich, während Pro laut Preisseite unbegrenzte Projekte einschließt. Für temporäre Gespräche gibt es Inkognito-Chats. Diese erscheinen nicht im normalen Chatverlauf, fließen nicht in Claudes Gedächtnis ein und werden nicht für Modelltraining verwendet. Sie werden standardmäßig 30 Tage aufbewahrt und können nach dem Schließen nicht erneut geöffnet oder in einen normalen Chat umgewandelt werden.
Für Organisationen kommen zusätzliche Verwaltungs- und Sicherheitsfunktionen hinzu. Die aktuelle Enterprise-Übersicht nennt unter anderem rollenbasierten Zugriff, SCIM für die Benutzerverwaltung, Audit-Logs, eine Compliance-API, Netzwerkzugriffskontrollen, IP-Whitelisting und anpassbare Regeln zur Datenaufbewahrung. Anthropic führt außerdem Sicherheits- und Managementfunktionen für Konnektoren sowie eine zentrale Bereitstellung der Desktop-App auf. Solche Funktionen können die Einführung in Unternehmen erleichtern, ersetzen aber keine eigene Risiko- und Datenschutzprüfung. Welche Kontrollen tatsächlich verfügbar sind, hängt vom Plan und teils von der konkreten Enterprise-Konfiguration ab.
Der Einstieg in Claude ist dauerhaft kostenlos. Die deutsche Preisübersicht zeigt für Free 0 US-Dollar und beschreibt den Tarif als kostenlos für alle; die Nutzung unterliegt jedoch Limits. Deshalb wird der ToolWissen-Einstiegspreis als 0 Euro im Freemium-Modell geführt, ohne daraus eine monatliche Abbuchung abzuleiten. Pro kostet bei jährlicher Zahlung rechnerisch 17 US-Dollar pro Monat und wird mit 200 US-Dollar im Voraus abgerechnet; bei monatlicher Zahlung nennt Anthropic 20 US-Dollar. Max beginnt bei 100 US-Dollar pro Monat. Beim Team-Tarif für 2 bis 150 Mitarbeiter kostet die Standardlizenz 20 US-Dollar pro Sitz und Monat bei Jahreszahlung beziehungsweise 25 US-Dollar bei monatlicher Zahlung; Premium liegt bei 100 beziehungsweise 125 US-Dollar. Enterprise kombiniert Lizenzpreise mit nutzungsabhängiger Abrechnung zu API-Tarifen. Einen offiziellen Deutschland-EUR-Preis für die Bezahlpläne zeigt die geprüfte Preisansicht nicht.
Eine klassische zeitlich begrenzte kostenlose Testphase für den normalen Free- oder Pro-Einstieg ist auf der aktuellen öffentlichen Preisübersicht nicht als Standardangebot ausgewiesen. Der dauerhafte Free-Tarif ist deshalb keine Testphase. Für Verbraucher im Europäischen Wirtschaftsraum sehen die aktuellen Bedingungen zusätzlich ein gesetzliches 14-tägiges Widerrufsrecht bei einem neu abgeschlossenen Abonnement vor; dieses Recht ist rechtlich etwas anderes als eine vom Anbieter beworbene kostenlose Testphase und wird hier nicht als Trial behandelt. Abos können über die Website grundsätzlich gekündigt werden, wobei die Bedingungen Fristen für die Vermeidung der nächsten Verlängerung nennen.
Beim Datenschutz muss zwischen Verbraucher- und Unternehmensnutzung unterschieden werden. Für Verbraucher im Europäischen Wirtschaftsraum nennt Anthropic Ireland, Limited als Vertragspartner. Bei Claude Free, Pro und Max können Chats oder Coding-Sitzungen für die Verbesserung von Claude verwendet werden, wenn die entsprechende Freigabe erteilt wurde; Sicherheitsprüfungen und ausdrücklich gemeldetes Feedback bilden besondere Fälle. Gelöschte Verbraucher-Chats werden laut Privacy Center sofort aus dem Verlauf entfernt und innerhalb von 30 Tagen aus den Backend-Systemen gelöscht. Wird die Nutzung zur Modellverbesserung erlaubt, können dafür verwendete Daten in de-identifizierter Form bis zu fünf Jahre in Trainingspipelines verbleiben. Bei kommerziellen Angeboten werden Eingaben und Ausgaben standardmäßig nicht zum Modelltraining verwendet. Anthropic erklärt für kommerzielle Produkte zugleich, dass Daten standardmäßig in den USA gespeichert werden und Datenverkehr je nach Konfiguration oder Vereinbarung über Regionen in den USA, Europa, Asien und Australien laufen kann. Das DPA ist in die Commercial Terms eingebunden und enthält EU-Standardvertragsklauseln. Daraus folgt keine pauschale Garantie für jeden konkreten DSGVO-Einsatz; Unternehmen sollten Datenarten, Rollen, Aufbewahrung, Unterauftragnehmer und nötige Vereinbarungen passend zum eigenen Fall prüfen.
Daten lassen sich in Teilen exportieren. Für persönliche Claude-Konten steht ein Export von Kontodaten und Gesprächsdaten über Web oder Desktop zur Verfügung. Ein solcher Chat-Export lässt sich nach der aktuellen Hilfedokumentation jedoch nicht einfach in ein anderes persönliches Claude-Konto wieder importieren. Für das persönliche Gedächtnis gibt es gesonderte Import- und Exportmöglichkeiten, die Anthropic als experimentell beschreibt. In Team- und Enterprise-Organisationen hängen Exportrechte von der Rolle ab; besonders weitreichende Organisationsdaten sind typischerweise Eigentümer- oder Administratorrollen vorbehalten. Wer Claude als dauerhaftes Wissensarchiv einsetzen möchte, sollte deshalb früh prüfen, welche Inhalte außerhalb von Claude zusätzlich gespeichert werden müssen und wie ein späterer Anbieterwechsel praktisch aussehen soll.
Die öffentlichen Bewertungen fallen je nach Plattform sehr unterschiedlich aus. Das offizielle Android-Profil weist mit rund 661.000 Bewertungen die mit Abstand größte sichtbare Bewertungsbasis auf und liegt bei 4,5 von 5 Sternen. Im deutschen Apple App Store liegt Claude bei 4,6 von 5 Sternen mit mehr als 25.000 Bewertungen. Trustpilot zeigt dagegen eine deutlich niedrigere Gesamtwertung von 1,5 von 5 Sternen bei rund 1.880 Bewertungen. Solche Unterschiede sollten nicht zu einer künstlichen Gesamtwertung zusammengerechnet werden: App-Store-Bewertungen spiegeln vor allem die Nutzung der jeweiligen App wider, während andere Plattformen andere Nutzergruppen und Beschwerdeanlässe abbilden. ToolWissen führt die einzelnen Profile deshalb getrennt und sortiert sie nach ihrer sichtbaren Bewertungsanzahl.
Claude eignet sich besonders für Nutzer, die einen vielseitigen KI-Assistenten für Texte, Recherche, Dokumente, Code und wiederkehrende Wissensarbeit suchen und dafür eine Cloud-Anwendung akzeptieren. Der Free-Tarif macht einen Einstieg ohne Abo möglich, während Pro, Max, Team und Enterprise vor allem mehr Nutzung, zusätzliche Arbeitsmodi und Verwaltungsfunktionen bieten. Grenzen bleiben die schwankenden Nutzungskontingente, mögliche sachliche Fehler, die Abhängigkeit von externen Cloud-Diensten und die Notwendigkeit, bei vertraulichen oder regulierten Daten den passenden Tarif sowie interne Freigaben zu wählen. Direkte Alternativen sind unter anderem ChatGPT, Google Gemini, Microsoft Copilot und Perplexity; je nach Schwerpunkt können auch stärker spezialisierte Coding-, Recherche- oder lokal betriebene KI-Lösungen sinnvoller sein.