LanguageTool ist ein mehrsprachiger Schreibassistent, der Texte auf Rechtschreibung, Grammatik, Zeichensetzung und Stil prüft. Der Dienst eignet sich für E-Mails ebenso wie für längere Dokumente und kann im Web-Editor, über Browser-Erweiterungen sowie in verschiedenen Schreibprogrammen eingesetzt werden. Neben Tippfehlern erkennt LanguageTool unter anderem Kommafehler, falsche Satzstellungen, Wortverwechslungen, Wiederholungen und typografische Probleme. Zusätzliche Stilhinweise und KI-gestützte Umformulierungen helfen beim Überarbeiten, ersetzen aber kein menschliches Lektorat, weil einzelne Vorschläge unpassend oder falsch sein können.
Im Alltag ist die Browser-Nutzung besonders wichtig. Offizielle Erweiterungen gibt es für Chrome, Firefox, Edge, Safari und Opera; dadurch erscheinen Hinweise direkt in vielen Eingabefeldern im Web. LanguageTool unterstützt außerdem Microsoft Word, Google Docs, LibreOffice, Apple Pages sowie verschiedene Mailoberflächen und -programme. Für Windows und macOS stehen Desktop-Anwendungen zur Verfügung, hinzu kommt eine offizielle Apple-App für iPhone, iPad und Mac. Eine aktuelle offizielle Android-Endkunden-App konnte dagegen nicht bestätigt werden. Der Web-Editor funktioniert ohne Installation und kann Texte direkt im Browser prüfen; Word-Dokumente lassen sich in den Editor importieren. Bei angemeldeter Nutzung können Editor-Texte gespeichert werden, damit sie auf mehreren Geräten verfügbar bleiben.
Zu den wichtigsten Zusatzfunktionen gehören ein persönliches Wörterbuch für Namen und Fachbegriffe, persönliche Styleguide-Regeln und der strengere Picky Mode. Teams können gemeinsame Wörterbücher und Styleguides nutzen und Zugänge zentral verwalten. Das ist vor allem für Redaktionen, Agenturen und Unternehmen sinnvoll, die feste Schreibweisen oder wiederkehrende Begriffe einheitlich verwenden möchten. Styleguide-Regeln lassen sich gesammelt per CSV verwalten, wobei ein Import bestehende Regeln überschreiben kann und deshalb vorbereitet werden sollte. Textstatistiken ergänzen die Fehlerprüfung. Bei KI-Umformulierungen sollte berücksichtigt werden, dass dafür je nach Vertrags- und Betriebsform weitere technische Anbieter in die Verarbeitung eingebunden sein können.
LanguageTool unterstützt nach aktueller Hilfe mehr als 30 Sprachen und Sprachvarianten. Dazu gehören unter anderem Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch, Italienisch, Niederländisch, Polnisch, Russisch, Chinesisch, Japanisch, Arabisch und Ukrainisch. Die Prüftiefe ist jedoch nicht in jeder Sprache gleich. Premium bietet nach Anbieterangabe mehr als 20.000 zusätzliche Prüfungen vor allem für Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Niederländisch, Polnisch und Portugiesisch. Für Chinesisch, Japanisch, Persisch und Tamil nennt die Hilfe ausdrücklich keine Rechtschreibprüfung. Bei gemischten Sprachen und sehr kurzen Texten kann auch die automatische Spracherkennung an Grenzen stoßen.
Der kostenlose Basic-Einstieg ist weiterhin offiziell vorgesehen und einige kostenlose Dienste funktionieren ohne Benutzerkonto. Bei einem wichtigen Detail widersprechen sich die aktuellen Anbieterangaben jedoch: Auf derselben Premium-Umgebung wird Basic an einer Stelle mit 10.000 Zeichen pro Textfeld beschrieben, während die Vergleichstabelle 2.000 Zeichen nennt. Verlässlich bestätigt sind drei KI-Umformulierungen pro Tag im Basic-Angebot und bis zu 150.000 Zeichen pro Textfeld in Premium. Premium schaltet zudem zusätzliche Prüfregeln und unbegrenzte KI-Umformulierungen frei. Eine echte zeitlich begrenzte kostenlose Premium-Testphase ist nicht bestätigt; stattdessen nennt LanguageTool eine 14-tägige Geld-zurück-Garantie.
Für Deutschland nennt das offizielle Hilfe-Center derzeit 19,90 Euro pro Monat, 39,90 Euro pro Quartal, 59,89 Euro pro Jahr und 99,90 Euro für zwei Jahre. Der Teamtarif kostet laut derselben Quelle 56,90 Euro pro Nutzer und Jahr und richtet sich an Teams bis 20 Personen. Die aktuelle deutsche Premium-Seite lädt die konkreten Beträge beim Abruf nicht zuverlässig, weshalb die Help-Center-Preise vor einer späteren Aktualisierung erneut kontrolliert werden sollten. Studierende, Lehrkräfte und Professoren können nach Anbieterangabe bei erfüllten Bedingungen bis zu 20 Prozent Bildungsrabatt erhalten. Für größere Business- und On-Premise-Angebote ist kein allgemein verbindlicher öffentlicher Listenpreis ausgewiesen.
Für Entwickler bietet LanguageTool eine öffentliche und eine kostenpflichtige HTTP-API. Die kostenlose öffentliche API ist begrenzt und nicht für dauerhaft hohe automatisierte Last gedacht; der Anbieter gibt dafür keine feste Leistungs- oder Verfügbarkeitsgarantie. Zusätzlich kann der offene LanguageTool-Kern selbst betrieben werden. Der Kern steht unter LGPL 2.1 oder neuer und lässt sich als lokaler Server beziehungsweise über Kommandozeilenwerkzeuge einsetzen. Self-hosting ermöglicht mehr Kontrolle über die Textverarbeitung, ist aber nicht funktionsgleich mit der Cloud: Bestimmte cloudbasierte KI-Regeln und einzelne weitere Funktionen stehen im lokalen Basisserver nicht zur Verfügung. Für Unternehmen existiert daneben ein separates On-Premise-Angebot.
Beim Datenschutz muss zwischen Oberfläche und Betriebsart unterschieden werden. Die aktuellen LanguageTool-Bedingungen vom 21. August 2026 nennen Learneo, Inc. als Eigentümer und Betreiber des Dienstes; die deutsche Impressumsgesellschaft ist weiterhin die LanguageTooler GmbH in Hamburg. Die Learneo-Datenschutzrichtlinie vom 17. August 2026 beschreibt je nach Dienst die Verarbeitung von Konto-, Nutzungs-, Geräte- und Inhaltsdaten. Wichtig ist die ausdrückliche Aussage, dass Inhalte von LanguageTool-Nutzern nicht zum Training der eigenen künstlichen Intelligenzmodelle verwendet werden. Texte aus Browser-Erweiterungen werden zur Prüfung standardmäßig an den Dienst übertragen, während gespeicherte Editor-Texte für die geräteübergreifende Nutzung aufbewahrt werden können.
Für Geschäftskunden veröffentlicht LanguageTool einen DPA, also einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung, und nennt darin verschiedene Unterauftragnehmer. Dazu gehören je nach Funktion unter anderem Hosting- und Infrastrukturunternehmen sowie Anbieter, die an KI-Umformulierungen beteiligt sein können. Wer vertrauliche oder personenbezogene Texte verarbeitet, sollte deshalb die konkrete Betriebsform und den eigenen Vertrag prüfen, statt aus einer einzelnen Marketingaussage eine allgemeine Datenschutzgarantie abzuleiten. On-Premise und der selbst betriebene offene Server können die externe Textübertragung stark reduzieren beziehungsweise vermeiden, unterscheiden sich aber bei Funktionsumfang, Support und Vertragsmodell.
Die öffentlichen Nutzerbewertungen fallen je nach Plattform sehr unterschiedlich aus. Der Chrome Web Store ist nach dem aktuellen Audit mit rund 12.560 Ratings und 4,7 von 5 die größte importfähige Bewertungsquelle, gefolgt von Firefox mit 5.381 Reviews und 4,3 von 5. Das deutsche Apple-App-Store-Profil liegt bei 4,8 von 5 aus 1.763 Bewertungen, Opera bei 1.231 Ratings und 4,6 von 5. Deutlich kritischer ist Trustpilot mit 1,9 von 5 bei 56 Bewertungen. Einzelne aktuelle Nutzerberichte kritisieren vor allem Preis- und Gratisänderungen sowie unpassende Vorschläge. Solche Berichte sind Erfahrungswerte und kein Beweis dafür, dass dieselben Probleme jeden Nutzer betreffen.
Als Alternativen kommen je nach Schwerpunkt unter anderem DeepL Write, Duden Mentor, Microsoft Editor, QuillBot und Grammarly infrage. LanguageTool ist besonders interessant, wenn Deutsch und weitere Sprachen, Browser- und Office-Nutzung sowie die Möglichkeit zu API oder Self-hosting gemeinsam wichtig sind. Duden Mentor konzentriert sich stärker auf Deutsch, Microsoft Editor passt besonders gut in Microsoft-365-Umgebungen, und andere KI-Schreibwerkzeuge setzen teils stärker auf Umschreiben als auf einen offenen Korrekturkern. Die beste Wahl hängt deshalb davon ab, ob klassische Fehlerprüfung, Stil, KI-Umschreibung, Mehrsprachigkeit, lokale Verarbeitung oder eine bestimmte Arbeitsumgebung am wichtigsten ist.
Ein öffentliches LanguageTool-Partnerprogramm ist über Awin verfügbar. Das öffentliche Programmprofil nennt bis zu 60 US-Dollar Provision pro Verkauf und 1,10 US-Dollar für eine Browser-Add-on-Installation sowie eine Attribution von 60 Tagen. Die ausführlichen Bedingungen enthalten zusätzlich ältere beziehungsweise abweichende Regeln, darunter eine 30-Tage-Frist für bestimmte qualifizierte Aktionen. Für Publisher gelten außerdem Einschränkungen bei Markenwerbung, Gutscheinen und bestimmten Werbeplattformen. Diese Partnerbedingungen sind für normale LanguageTool-Nutzer nicht entscheidend, sollten von Affiliates aber vor Kampagnenstart im aktuellen Awin-Konto kontrolliert werden.