Weglot ist eine cloudbasierte Plattform für Website-Übersetzung und Lokalisierung. Sie verbindet sich mit bestehenden Websites und Shops, erkennt übersetzbare Inhalte, erzeugt eine erste automatische Übersetzung und stellt die Sprachversionen über die jeweilige Integration bereit. Die zentrale Verwaltung erfolgt im Weglot-Dashboard: Dort lassen sich Texte prüfen, manuell ändern, per Glossar vereinheitlichen und im Visual Editor direkt im Seitenkontext bearbeiten. Der Schwerpunkt liegt damit nicht auf einzelnen Dokumenten, sondern auf dem laufenden Betrieb mehrsprachiger Websites.
Für die erste Übersetzung arbeitet Weglot nach eigener Dokumentation mit DeepL, Google Translate und Microsoft Bing Translator und wählt den verfügbaren Dienst abhängig vom Sprachpaar. Zusätzlich bietet Weglot ein KI-Sprachmodell, das projektbezogene Vorgaben, Glossarregeln und Bearbeitungen für eine weitere Verbesserung der Übersetzungen nutzen kann. Automatische Ergebnisse bleiben editierbar. Feste Marken- oder Fachbegriffe können über Glossare definiert oder mit Nie-übersetzen-Regeln geschützt werden. Für hochwertige oder sensible Inhalte ist eine menschliche Prüfung weiterhin sinnvoll, weil maschinelle und generative Übersetzungen Fehler oder unpassende Formulierungen enthalten können.
Die technische Einbindung ist breit angelegt. Offizielle Integrationen und Anleitungen existieren unter anderem für WordPress, WooCommerce, Shopify, Wix, Webflow, Squarespace, HubSpot, Shopware, PrestaShop, Bubble und weitere Systeme. Für individuelle Websites steht eine JavaScript-Integration zur Verfügung; außerdem gibt es eine Entwickler-API und WordPress-Hooks beziehungsweise Filter. Der genaue technische Aufbau hängt von der Plattform ab. Einfache Plugin- oder App-Installationen sind meist schneller eingerichtet als DNS-, Subdomain-, Unterverzeichnis- oder Reverse-Proxy-Varianten, die mehr technisches Verständnis verlangen können.
Für mehrsprachige Suchmaschinenoptimierung kann Weglot eigene Sprach-URLs, hreflang-Angaben sowie übersetzte SEO-Titel und Meta-Beschreibungen bereitstellen. Ab Pro lassen sich URL-Slugs übersetzen. Welche SEO-Funktionen automatisch greifen, hängt jedoch von der verwendeten Integration ab; eine reine JavaScript-Einbindung ist nicht mit jeder serverseitigen Variante gleichzusetzen. Der Sprachumschalter kann in Darstellung und Position angepasst werden. Weglot kann Besucher außerdem anhand der Browsersprache zur passenden Sprachversion weiterleiten. Diese Weiterleitung basiert auf der Browsersprache und ist nicht mit einer IP-basierten Geolokalisierung gleichzusetzen.
Beim Preis ist der kostenlose Einstieg klar vom Testzeitraum zu trennen. Neue Konten erhalten 14 Tage kostenlos und können dabei bis zu 10.000 übersetzte Wörter sowie eine Zielsprache nutzen. Danach kann ein Projekt dauerhaft im Free-Tarif bleiben, wenn höchstens 2.000 übersetzte Wörter und eine Zielsprache benötigt werden. Das Wortlimit ist ein Gesamtbestand über die Zielsprachen und wird nicht monatlich zurückgesetzt. Bei 8.000 Ausgangswörtern und drei Zielsprachen können daher grob 24.000 übersetzte Wörter entstehen. Zusätzlich verwendet Weglot monatliche Übersetzungsanfragen als eigenen Nutzungswert, der ungefähr übersetzten Seitenaufrufen entspricht.
Für Deutschland veröffentlicht Weglot offizielle Europreise ohne Mehrwertsteuer. Starter kostet 15 € pro Monat oder 150 € pro Jahr und umfasst 10.000 Wörter sowie eine Zielsprache. Business kostet 29 € pro Monat oder 290 € pro Jahr mit 50.000 Wörtern und drei Zielsprachen. Pro kostet 79 € pro Monat oder 790 € pro Jahr mit 200.000 Wörtern und fünf Zielsprachen. Advanced kostet 299 € pro Monat oder 2.990 € pro Jahr mit einer Million Wörtern und zehn Zielsprachen. Extended kostet 699 € pro Monat oder 6.990 € pro Jahr mit fünf Millionen Wörtern und 20 Zielsprachen. Enterprise wird individuell angeboten. Die Jahrespreise entsprechen bei den Standardtarifen ungefähr zehn Monatszahlungen. Für den erstmaligen Abschluss nennt Weglot außerdem eine 15-tägige Erstattungsfrist; Verlängerungen und Tarif-Upgrades sind davon laut Hilfe-Center ausgenommen.
Mehrere wichtige Funktionen sind tarifabhängig. Medienübersetzung und automatische Weiterleitung werden bei Starter hervorgehoben; Business erweitert unter anderem die Sprach- und Wortlimits und bietet Zugang zur Bestellung professioneller Übersetzungen. Pro ergänzt Statistikfunktionen, übersetzte URL-Slugs und die Verwaltung mehrerer Websites. Ab Advanced stehen Import und Export sowie benutzerdefinierte Sprachen zur Verfügung. Extended ergänzt unter anderem Translation Memory und Top-Level-Domain-Unterstützung. Enterprise kann SAML-basiertes SSO, einen benutzerdefinierten Reverse Proxy, individuelle Vertragsbedingungen, DPA- und SLA-Anpassungen sowie weitere Sicherheitsleistungen umfassen.
Die Übersetzungen werden zentral bei Weglot gespeichert und verwaltet und liegen nicht einfach vollständig als native Sprachinhalte im jeweiligen CMS. Das reduziert die doppelte Pflege und ermöglicht ein einheitliches Arbeitsmodell über unterschiedliche Website-Systeme hinweg, schafft aber auch eine Abhängigkeit vom externen Dienst. Wer später zu einer anderen Lösung wechseln möchte, sollte die Datenmitnahme früh planen. CSV- und XLIFF-Import beziehungsweise -Export sowie weitere Exportfunktionen sind erst ab Advanced verfügbar. Für Projekte mit strikter Self-hosted- oder On-Premise-Pflicht ist Weglot deshalb nicht die passende Architektur.
Für die redaktionelle Arbeit bietet Weglot eine Übersetzungsliste, den Visual Editor, Glossare, Ausschlussregeln und Teamfunktionen. Übersetzungen lassen sich Teammitgliedern zur Prüfung zuweisen; professionelle Übersetzungen können über den Workflow bestellt werden und verursachen zusätzliche Kosten. Der Visual Editor erleichtert die Kontrolle direkt im Seitenkontext, bildet aber bestimmte Funktionen mit Cookies, Login, Warenkorb oder stark dynamischen Elementen nicht vollständig ab. Dynamische Inhalte, Formulare, Pop-ups oder Drittanbieter-Elemente können je nach Website zusätzliche Regeln oder Integrationsarbeit erfordern.
Beim Support nennt Weglot E-Mail-Support für Starter bis Extended und priorisierten dedizierten E-Mail-Support im Enterprise-Bereich. Offiziell werden Englisch und Französisch als Supportsprachen genannt. Dokumentation, Hilfezentrum, Entwicklerunterlagen und eine Statusseite sind öffentlich verfügbar. Für den normalen E-Mail-Support nennt Weglot in den allgemeinen Bedingungen keine feste Reaktionszeit. Viele aktuelle Nutzerbewertungen loben den Support und die schnelle Problemlösung, daneben existieren auch einzelne kritische Berichte zu Wartezeiten oder schwierigen Integrationsproblemen. Solche Erfahrungen sind keine vertragliche Zusage und können je nach Fall abweichen.
Weglot veröffentlicht eine Security-Seite, ein Trust Center und einen DPA. Der Anbieter nennt unter anderem SOC 2 Type II, Verschlüsselung bei Übertragung und im Ruhezustand, Zwei-Faktor-Authentifizierung, Google OAuth und für Enterprise SAML-SSO. In den Unterauftragnehmerangaben erscheinen Dienste mit unterschiedlichen Regionen, darunter AWS, Cloudflare, Datadog und DeepL. Deshalb lässt sich nicht pauschal behaupten, sämtliche Daten blieben ausschließlich in der EU. Weglot beschreibt sich für zur Übersetzung übermittelte Kundeninhalte im entsprechenden Kontext als Auftragsverarbeiter. Ob der konkrete Einsatz datenschutzrechtlich passt, muss insbesondere bei personenbezogenen oder sensiblen Inhalten anhand des eigenen Nutzungsszenarios geprüft werden.
Für KI-Unterauftragnehmer enthalten die aktuellen Weglot-Bedingungen die Zusage, dass Kundendaten nicht zum Training der Modelle dieser Unterauftragnehmer verwendet werden sollen und nur so lange gespeichert werden sollen, wie es für die Leistung nötig ist. Weglot beschreibt außerdem Transparenzfunktionen für unverändert veröffentlichte KI-generierte Übersetzungen. Diese Aussagen sind Anbieter- und Vertragsangaben und keine unabhängige technische Prüfung. Für inaktive Projekte nennen die Bedingungen einen Löschprozess nach längerer Inaktivität mit einer begrenzten Wiederherstellungsphase. Auch deshalb sollten Betreiber Export- und Aufbewahrungsanforderungen vor einem produktiven Einsatz prüfen.
Die öffentliche Bewertungsbasis ist breit. Das offizielle WordPress.org-Pluginprofil ist mit 1.937 Bewertungen und 4,8 von 5 die größte bestätigte Quelle und bestimmt daher die ToolWissen-Hauptbewertung. Trustpilot folgt mit 1.711 Bewertungen und 4,9 von 5, Shopify mit 830 Bewertungen und 4,5 von 5. G2 zeigte beim finalen Kontrolllauf 777 Bewertungen und 4,7 von 5. Weitere direkte Profile existieren unter anderem bei Capterra, GetApp, Software Advice, Wix, OMR Reviews, Bubble, WooCommerce Marketplace, Product Hunt und TrustRadius. SaaSworthy zeigt einen großen Bestand, weist sichtbare Einzelbewertungen jedoch als Trustpilot-Quelle aus; diese Bestände dürfen deshalb nicht addiert werden. Auch Capterra, GetApp und Software Advice zeigen erkennbar überlappende Gartner-Digital-Markets-Daten.
Wiederkehrende positive Erfahrungen betreffen die schnelle Einrichtung, die zentrale Verwaltung, die Kombination aus Automatik und manueller Korrektur, den Visual Editor, Glossare und den Support. Wiederkehrende Kritik betrifft vor allem steigende Kosten bei vielen Wörtern oder Sprachen, unerwünschten Wortverbrauch durch nicht benötigte Inhalte, einzelne Integrations- oder DNS-Probleme und die Abhängigkeit von der Weglot-Infrastruktur. Der Gratis-Tarif eignet sich deshalb vor allem für sehr kleine Seiten. Bei Shops, Content-Portalen und mehreren Zielsprachen sollte vor dem Kauf die reale Wortmenge einschließlich dynamischer Inhalte geprüft werden, weil sie die notwendige Tarifstufe stark beeinflusst.
Für Agenturen und Freelancer existiert ein eigenes Partnerprogramm. Neue Kunden-Workspaces können nach Freigabe des Agenturstatus drei Monate kostenlos genutzt werden; anschließend erhalten die Kunden 15 % lebenslangen Rabatt auf öffentliche Weglot-Tarife. Die Agentur kann abhängig von der Partnerstufe 10 %, 15 %, 20 % oder 25 % lebenslange Umsatzbeteiligung erhalten. Daneben führt Weglot Programme für Technologiepartner, Influencer beziehungsweise Affiliates, Reseller und weitere Partnerarten. Das klassische Affiliate-Modell nennt 20 % Provision und eine 60-tägige Cookie-Laufzeit. Für ToolWissen liegt jedoch kein eigener monetarisierter Referral-Link vor, deshalb bleibt der öffentliche Partnerlink ein normaler Link.
Als Alternativen kommen je nach technischem Schwerpunkt unter anderem WPML, TranslatePress oder Polylang für stärker WordPress-zentrierte Arbeitsweisen infrage. ConveyThis und Linguise verfolgen ebenfalls cloudbasierte Übersetzungsmodelle, während Lokalise stärker auf professionelles Lokalisierungs- und Übersetzungsmanagement ausgerichtet ist. Weglot ist besonders interessant, wenn eine bestehende Website schnell über viele Plattformen hinweg mehrsprachig werden soll und zentrale SaaS-Verwaltung, automatische Inhaltserkennung und SEO-Unterstützung wichtiger sind als vollständig native CMS-Datenhaltung. Weniger passend ist es bei Self-hosted-Pflicht, sehr knappen laufenden Budgets, frühem Exportbedarf oder dem Wunsch, jede Sprachversion vollständig unabhängig vom externen Dienst zu betreiben.