Divi ist ein kommerzielles WordPress-Theme und zugleich ein visueller Website-Builder von Elegant Themes. Es richtet sich an Personen, die eine WordPress-Seite gestalten möchten, ohne für jeden Abschnitt selbst HTML, CSS oder PHP schreiben zu müssen. Im visuellen Editor erscheinen Seiteninhalte unmittelbar auf der Arbeitsfläche; Texte, Bilder, Schaltflächen, Spalten, Abstände und Farben lassen sich dort bearbeiten. Darüber hinaus können mit dem Theme Builder wiederkehrende Bereiche wie Header, Footer, Artikelvorlagen, Produktseiten und Archive gestaltet werden. Divi ist damit keine eigene Website-Plattform, sondern wird innerhalb einer bestehenden WordPress-Installation betrieben. Für die Nutzung werden WordPress, ein geeigneter Hosting-Tarif und eine Divi-Lizenz benötigt.
Eine typische Website entsteht, indem Divi als Theme installiert, ein vorhandenes Layout geladen oder eine leere Seite geöffnet und anschließend ein Aufbau aus Containern und Inhaltsmodulen zusammengestellt wird. In der visuellen Ansicht lassen sich Elemente verschieben, in Größe und Abstand verändern und mit Bildern, Hintergrundflächen oder Animationen versehen. Globale Schrift- und Farbwerte, Designvariablen, CSS-Klassen und wiederverwendbare Vorgaben helfen, über mehrere Seiten hinweg einheitlich zu arbeiten. Für Feinanpassungen stehen erweiterte Einstellungen sowie eigene CSS-Regeln bereit. Wer reine Standardseiten baut, braucht dafür wenig Code; für besondere Abläufe, komplexe Schnittstellen und individuelle WordPress-Funktionen bleibt technisches Wissen dennoch sinnvoll.
Divi 5 ist seit dem 26. Februar 2026 offiziell veröffentlicht und nach den Versionshinweisen des Herstellers im Oktober 2026 in der aktiven Weiterentwicklung. Die Divi-5-Dokumentation führt am 22. Oktober 2026 die Version 5.17 auf. Die neue Architektur ersetzt bei nativ umgestellten Inhalten die frühere Speicherung über Divi-Shortcodes durch ein moderneres Datenformat. Darüber hinaus nennt der Hersteller CSS Flexbox und Grid, verschachtelte Layouts, anpassbare Breakpoints für unterschiedliche Bildschirmgrößen, ein neues Bedienkonzept und einheitlichere Designsysteme. Performanceverbesserungen sind ein erklärtes Entwicklungsziel, aber kein pauschaler Beleg dafür, dass jede mit Divi gebaute Website automatisch schnell ist. Bildgrößen, Zusatzplugins, Tracking-Skripte und Hosting beeinflussen das Ergebnis weiterhin wesentlich.
Ein wichtiger Unterschied zum einfachen Seiteneditor ist der Theme Builder. Dort werden Vorlagen zentral für die gesamte Website oder gezielt für bestimmte Inhaltstypen eingerichtet. Damit sind beispielsweise ein einheitlicher Kopfbereich, ein anderer Footer für einzelne Seiten, Vorlagen für Blogartikel oder die Gestaltung von Suchergebnissen und Fehlerseiten möglich. Auch WooCommerce-Seiten lassen sich mit den unterstützten Modulen und Vorlagen anpassen. Wer mehrere hundert Beiträge hat, kann eine zentrale Vorlage überarbeiten, statt den gleichen Aufbau auf jedem Artikel einzeln nachzubauen. Solche globalen Regeln müssen jedoch sorgfältig zugeordnet und getestet werden, damit unterschiedliche Inhalte und Plugins nicht unbeabsichtigt gleich behandelt werden.
Der Loop Builder von Divi 5 ist für dynamische Listen gedacht. Statt jede Produktkarte oder jeden Teaser von Hand zu kopieren, wird eine Karte gestaltet und mit Beiträgen, WordPress-Inhaltstypen oder Kategorien aus der Datenbank verbunden. Der Builder kann beispielsweise Artikelraster, Produktübersichten, Autorenlisten und individuell angeordnete Archivansichten erzeugen. Dazu lassen sich passende Abfragen und in neueren Versionen auch Besucherfilter einrichten. Für spezielle Metadaten kann die Einbindung benutzerdefinierter Felder relevant werden. Ob ein anspruchsvoller Filter, ein Verzeichnis oder eine komplexe Produktlogik vollständig ohne zusätzliches Plugin umgesetzt werden kann, hängt aber von den genauen Anforderungen ab. Divi ist kein Ersatz für die eigentliche Datenmodellierung in WordPress.
Bei der Gestaltung responsiver Seiten können Abstände, Größen und Layoutregeln für unterschiedliche Displaybreiten bearbeitet werden. Divi 5 bietet dafür nach Anbieterangaben sieben anpassbare Breakpoints und moderne Layoutsysteme. Damit lassen sich mehrspaltige Desktopansichten anders organisieren als eine schmale Mobilansicht. Trotzdem sind echte Tests auf Smartphone, Tablet und Desktop erforderlich. Insbesondere sehr komplexe Layouts, Pop-ups, aufwendige Bewegungen und große Schriftgrößen können an einzelnen Bildschirmbreiten problematisch werden. Der visuelle Editor zeigt eine Vorschau, ersetzt aber nicht die Prüfung in realen Browsern oder Hilfsmitteln zur Barrierefreiheit.
Für einen schnelleren Start gibt es fertige Website-Pakete, Seitenvorlagen und eine Bibliothek eigener Entwürfe. Einzelne Abschnitte, Gestaltungsvorgaben und Theme-Builder-Vorlagen lassen sich über das Divi-Portability-System als JSON exportieren und auf einer anderen Divi-Website importieren. Das erleichtert den Umzug von Entwürfen zwischen Projekten. Es bedeutet allerdings nicht, dass eine komplette Divi-Website beim Wechsel zu einem beliebigen anderen WordPress-Builder verlustfrei übertragen werden kann. Gespeicherte Layouts und spezielle Module bleiben an das Divi-System gebunden. Vor einem Wechsel sollte deshalb geprüft werden, welche Inhalte im normalen WordPress-Editor weiter lesbar sind und welche Seiten neu gestaltet werden müssten.
Divi ist sowohl als vollständiges WordPress-Theme als auch in Form eines Divi-Builder-Plugins für die Verwendung mit anderen Themes erhältlich. Welche Kombination im eigenen Projekt sinnvoll ist, hängt vom vorhandenen Theme und den bestehenden Vorlagen ab. Das Ökosystem umfasst unter anderem Divi Dash zur Verwaltung verschiedener WordPress-Installationen, zusätzliche Erweiterungen im Divi Marketplace sowie ergänzende Angebote wie Divi AI, Divi Cloud, Divi VIP und Divi Teams. Diese Dienste sind nicht einfach mit jeder Standardlizenz vollständig kostenlos nutzbar. Besonders bei KI-Funktionen sind Paketbestandteile, bereitgestellte Kontingente und zusätzliche nutzungsabhängige Kosten auseinanderzuhalten.
Für Online-Shops lässt sich Divi zusammen mit dem separaten WordPress-Plugin WooCommerce einsetzen. Divi übernimmt die visuelle Gestaltung unterstützter Shop- und Produktansichten, während WooCommerce Produkte, Warenkorb, Bestellung und weitere Shopprozesse bereitstellt. Entsprechende Shopfunktionen hängen also nicht allein an Divi. Im Marketingbereich können Formulare, Handlungsaufforderungen, Landingpages und – abhängig von verwendeter Funktion und Integration – Tests oder die Anbindung an externe Dienste umgesetzt werden. Für Datenschutz, Double-Opt-in, Bezahldienste und rechtssichere Shopabläufe bleiben zusätzliche Konfigurationen und oft weitere Plugins erforderlich.
Die Standardlizenz wird auf der offiziellen Preisseite aktuell mit 89 US-Dollar für die jährliche Zahlung angeboten. Sie schließt das Divi-Theme, den Builder und die Nutzung auf unbegrenzt vielen Websites ein. Daneben gibt es die Divi-Lifetime-Lizenz für einmalig 249 US-Dollar, die laut Anbieter dauerhafte Divi-Updates und Support umfasst. Auf derselben Preisseite werden Pro-Pakete angeboten; deren Preise und Aktionsrabatte können sich häufiger ändern. Im Oktober 2026 zeigte die offen erreichbare internationale Preisseite beispielsweise 277 US-Dollar jährlich für Divi Pro und 297 US-Dollar einmalig plus 212 US-Dollar jährlich für eine Lifetime-und-Pro-Kombination. Diese Zusatzpakete enthalten eigenständige Dienste, deren Fortführung nach Ablauf einer Pro-Laufzeit gesondert zu betrachten ist. Die auf der Website sichtbare Monatssumme von 7,42 US-Dollar beim Standardpaket ist nur eine rechnerische Darstellung des tatsächlich jährlich abgerechneten Betrags. Ein verbindlicher deutscher Checkoutbetrag in Euro konnte hier nicht bestätigt werden; eventuelle Steuern und Umrechnung ergeben sich erst beim Kaufabschluss.
Der Hinweis des Anbieters auf 30 Tage risikofreies Ausprobieren bezieht sich auf eine Geld-zurück-Garantie nach dem Kauf. Eine kostenlose, zeitlich begrenzte Vollversion vor der Zahlung ist damit nicht belegt. Auf der Divi-Produktseite wird außerdem eine frei zugängliche Online-Demo angeboten. Diese Demo erlaubt das Anschauen beziehungsweise Ausprobieren der Bedienoberfläche, ersetzt jedoch keine kostenlose produktive WordPress-Lizenz. Für ein neues Projekt ist die Abgrenzung wichtig: kostenlose Demo, kostenpflichtiger Kauf und anschließende Rückerstattungsmöglichkeit sind unterschiedliche Dinge.
Wer bereits Divi 4 verwendet, sollte die Umstellung auf Divi 5 als eigenes Projekt behandeln. Elegant Themes empfiehlt ein vollständiges Backup von Datenbank und Dateien sowie Tests auf einer Staging-Website, also einer separaten Kopie der produktiven Installation. Der Divi-5-Migrator untersucht unter anderem Seiten, Beiträge, Theme-Builder-Vorlagen und Drittanbieter-Module. Unterstützte Inhalte werden in das neue Format übertragen. Für noch nicht unterstützte Komponenten kann eine Kompatibilitätsschicht mit dem alten Divi-4-Framework geladen werden. Dadurch bleiben viele Layouts nutzbar, aber der erwartete Performancevorteil kann auf betroffenen Seiten teilweise entfallen. Vor allem bei umfangreichen Agenturprojekten, älteren Plugins und individuell entwickelten Modulen ist diese Prüfung ein wichtiges Auswahlkriterium.
Auch die Möglichkeit eines Rollbacks muss realistisch bewertet werden. Der Migrator kann den zuvor gespeicherten Divi-4-Inhalt wiederherstellen. Später neu mit Divi 5 erstellte Inhalte werden bei einer Rückkehr zu Divi 4 jedoch nicht automatisch übernommen. Je länger das neue System bereits produktiv verwendet wurde, desto schwieriger wird die Rückkehr ohne Datenverlust oder zusätzlichen Aufwand. Die Empfehlung lautet daher, bestehende Seiten nicht unmittelbar im Livebetrieb umzustellen, sondern zunächst Kompatibilitätswarnungen, Darstellungen, Formulare, Shopabläufe und zentrale Besucherwege unter Testbedingungen zu prüfen.
Für Suchmaschinenoptimierung liefert Divi die gestalterische Grundlage für Seiten, deren Inhalte, Überschriften, Bilder und Links selbst gepflegt werden. Die Wahl eines Page-Builders garantiert jedoch weder gute Google-Rankings noch optimale Ladezeiten oder gültige strukturierte Daten. Relevante Seitentitel, Meta-Beschreibungen, Sitemaps, Weiterleitungen und weitergehende SEO-Funktionen können über WordPress und passende zusätzliche Plugins organisiert werden. Dabei sollten H-Überschriften sinnvoll aufgebaut, Bildgrößen begrenzt, Skripte minimiert und tatsächliche Ladezeiten gemessen werden. Bei der Nutzung vieler Module, Schriftarten und Drittanbieter-Erweiterungen lohnt ein Performance-Test der fertigen Seite stärker als ein allgemeiner Geschwindigkeitsvergleich zwischen Herstellern.
Die Mehrsprachigkeit des Divi-Themes beschreibt der Anbieter mit 32 integrierten Übersetzungen und Unterstützung von Schriften mit Schreibrichtung von rechts nach links. Damit ist allerdings zunächst die Übersetzung der Bedienoberfläche beziehungsweise Theme-Texte gemeint. Eine mehrsprachige Website mit übersetzten Artikeln, Menüs, SEO-Angaben und Sprachumschaltung benötigt je nach Vorhaben weitere WordPress-Funktionen oder Übersetzungsplugins. Deutsch und Englisch sind für die Einordnung als nutzbare Sprachen plausibel und werden vom Anbieter ausdrücklich über sein Übersetzungssystem abgedeckt. Bei Spezialübersetzungen können eigene Sprachdateien in einem Child-Theme nötig werden.
Auch beim Datenschutz muss zwischen der lokal betriebenen WordPress-Website und zusätzlich aktivierten Herstellerdiensten unterschieden werden. Eine normale Divi-Installation wird auf dem selbst gewählten WordPress-Hosting betrieben. Externe Bildquellen, Schriftarten, Statistikdienste, Kontaktformulare, Newsletterdienste, externe Einbettungen und KI- oder Cloud-Angebote können aber weitere Datenübertragungen auslösen. Elegant Themes veröffentlicht eine Datenschutzrichtlinie und separate Bedingungen für seine Onlineangebote. Daraus folgt weder automatisch, dass jede Divi-Website datenschutzkonform ist, noch dass zusätzliche US-Dienste ohne Prüfung eingesetzt werden sollten. Wer personenbezogene Daten verarbeitet, muss Hosting, Drittanbieter, Verträge, Cookie-Einwilligungen und Datenflüsse für den eigenen Einsatzfall prüfen.
Zur Barrierefreiheit gehören Bedienbarkeit mit Tastatur, ausreichende Kontraste, verständliche Formularbeschriftungen, sinnvolle Alternativtexte und der korrekte Aufbau von Überschriften. Divis zahlreiche Designoptionen ermöglichen solche Gestaltungen, sichern sie aber nicht automatisch ab. Gerade selbst entworfene Slider, Menüs, Akkordeons, Formulare und Animationen müssen anschließend getestet werden. Anforderungen nach WCAG oder einschlägigem deutschen Recht richten sich nach der konkreten veröffentlichten Website und ihrem Betreiber; eine pauschale Zusicherung aufgrund des verwendeten Themes wäre nicht seriös.
Beim Support nennt Elegant Themes eine rund um die Uhr erreichbare Kundenbetreuung. Für Divi VIP und einzelne Pro-Angebote wird besonders schneller Support beworben. Tutorials, offizielle Dokumentation, Updatehinweise, Community-Angebote und Drittanbieter-Erweiterungen sind weitere Bestandteile des Ökosystems. Für Agenturen ist zusätzlich bedeutsam, dass die Standard- und Lifetime-Lizenzen laut Anbieter für unbegrenzt viele Websites verwendet werden dürfen. Das ersetzt nicht die Prüfung, welche Person welche Lizenz und Zusatzdienste tatsächlich nutzen darf und welche Updates für separat erworbene Marketplace-Produkte enthalten sind.
Bei Nutzerbewertungen ist auf den Bezug der Quelle zu achten. Trustpilot bewertet überwiegend den Anbieter Elegant Themes einschließlich seiner weiteren Leistungen und nicht ausschließlich Divi. Die umfangreichen Bewertungen bei Capterra, GetApp und Software Advice betreffen das Produkt Divi, können wegen der gemeinsamen Plattformfamilie jedoch dieselben Rezensionen enthalten. Weitere Quellen wie G2 oder TrustRadius führen eigene Bewertungsprofile. Die in ToolWissen angezeigten Bewertungsanzahlen dürfen deshalb weder über die Portale addiert noch als ein einziger unabhängiger Stichprobenbestand verstanden werden. Bei der Interpretation sind Berichtsdatum, Themen der Rezensionen und Plattformbezug wichtiger als wenige Zehntel Unterschied in der Sternewertung.
Divi ist vor allem für WordPress-Betreiber interessant, die Gestaltungsfreiheit, wiederverwendbare Vorlagen und eine Lizenz für viele Websites höher gewichten als möglichst geringe Systemkomplexität. Für kleine Unternehmensseiten, Blogs und Agenturprojekte ist es ein nachvollziehbarer Kandidat; für dynamische Verzeichnisse oder große Shops muss vorab geklärt werden, welche Daten- und Filterfunktionen Divi tatsächlich abdeckt. Wer den WordPress-Blockeditor bewusst ohne zusätzliche Builder-Ebene verwenden möchte, braucht Divi unter Umständen nicht. Zu den wichtigsten Vergleichsmöglichkeiten zählen Elementor, Bricks, Beaver Builder, Breakdance und die WordPress-eigenen Block- und Website-Editoren. Die geeignete Wahl hängt insbesondere von Editorbedienung, Erweiterungskompatibilität, Ladezeit, Migration, Lizenzkosten und langfristiger Wartbarkeit ab.