Carrd ist ein gehosteter No-Code-Website-Builder, der bewusst auf einfache, responsive One-Page-Websites ausgerichtet ist. Statt ein umfangreiches CMS mit vielen Inhaltsbereichen aufzubauen, werden Texte, Bilder, Buttons, Galerien, Videos, Formulare und weitere Elemente direkt im Browser zu einer kompakten Site zusammengesetzt. Das passt besonders zu Profilseiten, Portfolios, Link-in-Bio-Seiten, Landingpages, Prelaunch-Seiten und kleinen Unternehmensauftritten. Vorlagen beschleunigen den Einstieg, alternativ kann eine leere Seite aufgebaut werden. Sections und interne Sprungpunkte ermöglichen mehrere Ansichten innerhalb einer Site, ändern aber nichts daran, dass Carrd im Kern ein One-Page-System bleibt.
Der kostenlose Basic-Tarif ist dauerhaft nutzbar und bietet bis zu drei Site-Slots. Für einfache persönliche Seiten kann das bereits reichen, allerdings gelten dort deutlich strengere Grenzen als in den Pro-Tarifen. Der offizielle Pro-Einstieg beginnt mit Pro Lite bei 9 US-Dollar pro Jahr. Pro Lite entfernt Carrd-Branding, erlaubt Premium-URLs, größere Medien, Premium- und eigene Templates, Site-Transfers, Sharing und Sites ohne feste Elementobergrenze. Eigene Domains, Formulare, Widgets und Analytics fehlen dort jedoch. Pro Standard kostet offiziell 19 US-Dollar pro Jahr und ist die entscheidende Stufe für professionelle kleine Websites, weil dort eigene Domains mit SSL, Formulare, Widgets, Embeds, Meta-Tags, Analytics und lokal ausgelieferte Fonts hinzukommen. Pro Plus kostet offiziell 49 US-Dollar pro Jahr und ergänzt fortgeschrittene Formulare, Export, Redirects, Passwortschutz, Variablen, Site-Dateien, Framing, erweiterte Einstellungen und weitere technische Optionen.
Für Deutschland wurde kein belastbarer öffentlicher EUR-Preis auf der offiziellen Carrd-Preis- und Dokumentationsseite bestätigt. Die offiziellen Pro-Seiten weisen die Tarife in US-Dollar pro Jahr aus. Deshalb sollte kein selbst umgerechneter Eurobetrag als offizieller Anbieterpreis gespeichert werden. Carrd besitzt zugleich einen dauerhaften Gratis-Tarif; im ToolWissen-Preisfeld wird dieser technische Freemium-Einstieg deshalb mit 0 Euro abgebildet. Zusätzlich gibt es eine echte sieben Tage lange Pro-Testphase ohne Zahlungs- oder Kreditkartendaten. Der Test enthält unter anderem eigene Domains, Standard- und erweiterte Formulare, Widgets, Premium-Templates, Analytics und bis zu 150 Elemente pro Site. Gratis-Tarif und Testphase sind getrennte Angebote und sollten nicht miteinander verwechselt werden.
Beim Erstellen einer Site können Inhalte über den visuellen Builder angeordnet und für unterschiedliche Bildschirmgrößen angepasst werden. Carrd unterstützt unter anderem Texte, Bilder, Buttons, Icons, Galerien, Audio, Videos, Slideshows, Container und Spalten. Für die Veröffentlichung können Titel, Beschreibung, Sprache, Zeitzone, Favicon, Social-Share-Bild, Meta-Tags und weitere Site-Einstellungen gesetzt werden. Eigene Domains werden bei einem externen Registrar registriert und per DNS mit Carrd verbunden; ab Pro Standard ist dabei SSL über Let's Encrypt vorgesehen. Diese Trennung ist praktisch, weil die Domain nicht bei Carrd gekauft werden muss und bei einem Wechsel weiterhin beim eigenen Registrar bleibt.
Formulare gehören ab Pro Standard zu den wichtigsten Business-Funktionen. Kontaktformulare können direkt Nachrichten versenden, Signup-Formulare lassen sich mit zahlreichen Newsletter- und E-Mail-Diensten verbinden. Die offizielle Dokumentation nennt unter anderem ActiveCampaign, beehiiv, Brevo, Buttondown, EmailOctopus, GetResponse, Ghost, HubSpot, Kit, Klaviyo, Loops, Mailchimp, MailerLite, Mailjet, Omnisend, Resend, Sender, SendFox, SendGrid und Sendy. Pro Plus erweitert den Formularbereich deutlich: Custom Forms können Daten an Zapier, Make, n8n und Airtable senden, eigene URLs per GET, POST oder AJAX ansprechen, benutzerdefinierte Header übertragen und Datei-Uploads verarbeiten. Stripe Checkout kann ebenfalls über erweiterte Formulare eingebunden werden. Das macht Carrd für Lead- und Zahlungsseiten flexibler, ersetzt aber kein vollständiges Shop-System mit Produktkatalog, Lager, Versand und Bestellverwaltung.
Widgets und Embeds ermöglichen zusätzliche externe Funktionen. Carrd nennt beispielsweise Stripe, PayPal, Gumroad, Typeform und Facebook; eigener Embed-Code einschließlich Script-Tags ist ebenfalls möglich. Das ist für kleine Sites hilfreich, weil spezialisierte Dienste eingebunden werden können, ohne dass Carrd selbst jede Funktion bereitstellen muss. Gleichzeitig steigt damit die Verantwortung des Betreibers: Eingebettete Analyse-, Marketing-, Formular- oder Zahlungsdienste können eigene Cookies, Datenübertragungen und Datenschutzpflichten auslösen. Deshalb sollte nicht allein aus Carrds eigener Infrastruktur auf die Datenschutzsituation einer fertigen Carrd-Site geschlossen werden.
Carrd Analytics ist seit Oktober 2026 die native Analysefunktion des Dienstes und benötigt Pro Standard oder höher. Sie ist aktuell als Beta gekennzeichnet und erfasst Seitenaufrufe direkt innerhalb der Carrd-Plattform. Nach Anbieterangabe werden dafür keine Cookies, kein clientseitiger Browser-Speicher und keine externen Tracking-Skripte verwendet. Kurzzeitig verarbeitete Besucherdaten dienen der Filterung vermuteter Doppelaufrufe und werden anschließend gelöscht; langfristig bleiben aggregierte View-Zahlen. Die Funktion zeigt Zeiträume von 24 Stunden, sieben Tagen und 30 Tagen. Sie ist bewusst einfach und liefert keine vollständigen Sitzungs-, Quellen- oder Conversion-Daten. Für detailliertere Analysen unterstützt Carrd unter anderem Google Analytics, Plausible und Matomo sowie weitere Anbieter.
Zusammenarbeit ist vorhanden, aber schlanker als bei großen Team-CMS. Sites können mit anderen Carrd-Nutzern geteilt und an andere Konten übertragen werden. Das ist besonders für Freelancer und Agenturen praktisch, die eine Site zunächst im eigenen Konto erstellen und später an einen Auftraggeber übergeben möchten. Carrd bietet dafür verschiedene Zugriffsmöglichkeiten, ist aber keine umfassende Enterprise-Collaboration-Plattform mit komplexen Freigabeprozessen, Audit-Workflows oder fein ausgeprägter Governance. Wer genau solche Prozesse benötigt, sollte diese Anforderungen vor einer Entscheidung gesondert prüfen.
Pro Plus bietet zusätzlich einen wichtigen Portabilitätsvorteil: Eine Site kann als ZIP mit unminifiziertem HTML, CSS, JavaScript und Bildern heruntergeladen werden. Dadurch lässt sich das Frontend außerhalb von Carrd weiterverwenden. Der Export ist jedoch kein vollständiges Plattform-Backup. Elemente, die Carrds serverseitige Funktionen benötigen, insbesondere Formulare, funktionieren in der heruntergeladenen Version nicht automatisch weiter. Außerdem kann eine exportierte Site nicht wieder zurück in Carrd hochgeladen werden. Der Code-Export reduziert daher den Frontend-Lock-in, ersetzt aber keinen vollständigen Import-/Restore-Workflow.
Die Plattform selbst läuft als Web-App und Cloud-Dienst. Im Bewertungs- und Plattformaudit wurden keine offiziellen nativen Carrd-Apps für iOS, Android, macOS oder Windows bestätigt. Ebenfalls ist in der offiziellen Dokumentation keine allgemeine öffentliche Carrd-API zur Verwaltung von Accounts oder Sites dokumentiert. Technische Integrationen konzentrieren sich stattdessen auf Formulare, Webziele, Embeds und externe Automationsdienste. Für normale Landingpage- und Portfolio-Projekte ist das meist ausreichend; für Systeme, die eine zentrale Verwaltungs-API oder native Desktop-Apps zwingend voraussetzen, ist Carrd deshalb weniger passend.
Beim Datenschutz ist Carrd als US-Anbieter einzuordnen. Carrd Inc. ist laut Terms eine in Delaware gegründete Gesellschaft; die Privacy Policy erklärt, dass der Dienst aus den Vereinigten Staaten betrieben wird und personenbezogene Daten dort verarbeitet werden. Ein Data Processing Addendum ist öffentlich verfügbar. Darin beschreibt Carrd sich je nach Nutzung als Auftragsverarbeiter beziehungsweise Service Provider und bindet für eingeschränkte europäische Datentransfers die EU-Standardvertragsklauseln, Modul 2, ein. Als Subprozessoren werden im geprüften DPA Amazon Web Services und Cloudflare mit Standort USA aufgeführt. Das ist eine wichtige Vertragsgrundlage, aber keine pauschale Garantie, dass jede Carrd-Site automatisch DSGVO-konform betrieben wird. Betreiber müssen insbesondere Formulare, Drittanbieter-Embeds, Tracking, Rechtsgrundlagen, Datenschutzhinweise und mögliche Einwilligungen selbst passend konfigurieren.
Sicherheitsseitig dokumentiert Carrd unter anderem Zugriffskontrollen, Backups, Logging, technische Schutzmaßnahmen und Zwei-Faktor-Authentifizierung über eine Authenticator-App. Die DPA-Unterlagen nennen technische und organisatorische Maßnahmen für den Schutz verarbeiteter Daten. Für die praktische Einordnung bleibt entscheidend, welche Daten auf einer konkreten Site gesammelt werden. Eine einfache Portfolio-Seite ohne Formulare oder Tracking hat andere Anforderungen als eine Lead-Seite mit personenbezogenen Formulardaten und mehreren Marketingdiensten.
Die externe Bewertungslandschaft ist gemischt. Bei der letzten Prüfung am 7. Oktober 2026 zeigte Trustpilot 3,1 von 5 Punkten bei 61 Reviews und damit die höchste belastbar bestätigte Bewertungsanzahl unter den importfähigen Quellen. Software Informer lag bei 4,7 von 5 aus 49 Stimmen, G2 bei 4,5 von 5 aus 34 Reviews, SaaSworthy bei 4,7 von 5 aus 34 Ratings, Capterra und GetApp jeweils bei 4,6 von 5 aus 28 Reviews und Product Hunt bei 4,8 von 5 aus 24 Reviews. Die Werte dürfen nicht addiert werden, weil Plattformen teilweise überlappende Bestände zeigen. Trustpilot enthält sowohl sehr positive Berichte über einfache Bedienung und günstige Preise als auch deutliche Beschwerden über verlorene Arbeit, Sperrungen oder Erreichbarkeitsprobleme. Einzelne Nutzerberichte sind Erfahrungen, keine allgemein bewiesenen Produkteigenschaften.
Carrd passt besonders gut, wenn eine überschaubare Website schnell online gehen soll und der One-Page-Ansatz zum Projekt passt. Der Dienst eignet sich für Profile, Portfolios, Link-Hubs, Newsletter-Anmeldungen, Kampagnen, kleine Unternehmensseiten, Prelaunch-Seiten und ähnliche kompakte Projekte. Weniger passend ist Carrd für große Magazine, komplexe Blogs, Shops mit umfangreicher Warenwirtschaft, Mitgliederplattformen, Portale mit vielen dynamischen Inhaltstypen oder Websites mit hunderten echten Unterseiten. Wer diese Anforderungen hat, sollte eher ein vollständiges CMS oder einen breiter aufgestellten Website-Builder prüfen. Als direkte Alternativen kommen je nach Schwerpunkt beispielsweise Wix, Squarespace, Webflow, Framer, Dorik oder WordPress infrage.
Carrd betreibt außerdem ein offizielles Referral Program. Es ist kostenlos, freiwillig und laut Anbieter für alle Carrd-Nutzer offen. Geworbene Nutzer können über einen persönlichen Referral-Link oder Referral-Code zugeordnet werden. Für den nächsten Pro-Upgrade- oder Renewal-Kauf des geworbenen Nutzers werden 30 Prozent des bezahlten Betrags gutgeschrieben; spätere Käufe desselben Nutzers erzeugen keine weiteren Referral-Einnahmen. Das Guthaben kann innerhalb von Carrd verwendet oder ab einer verfügbaren Auszahlungssumme von 25 US-Dollar ausgezahlt werden. Auszahlungen erfolgen laut Terms üblicherweise per PayPal innerhalb von fünf Geschäftstagen. Bezahlte Werbung für den Referral-Link ist ausdrücklich untersagt. Eine öffentlich bestätigte Cookie- oder Attributionsdauer wurde nicht angegeben und sollte deshalb nicht erfunden werden.