Tilda ist ein browserbasierter No-Code-Website-Builder, mit dem Websites, Landingpages, Portfolios, Blogs, Online-Shops, Mitgliederbereiche und Online-Kurse ohne klassischen Entwicklungs-Stack erstellt und veröffentlicht werden können. Der übliche Einstieg erfolgt über vorgefertigte Blöcke, die zu Seiten zusammengesetzt und anschließend inhaltlich und gestalterisch angepasst werden. Für deutlich freiere Layouts gibt es Zero Block, einen visuellen Editor für frei positionierte Elemente, responsive Anpassungen und Animationen. Dadurch liegt Tilda zwischen einem einfachen Baukasten und einem stärker designorientierten Webwerkzeug. Hosting, Veröffentlichung und SSL gehören zur Plattform; eine lokale Installation des Haupteditors ist nicht nötig. Für typische Website-Projekte lässt sich deshalb ein großer Teil des Arbeitsablaufs in einem Konto erledigen, während fortgeschrittene Nutzer zusätzlich eigenen HTML-, CSS- und JavaScript-Code einsetzen können.
Die aktuelle Preisübersicht unterscheidet Free, Personal und Business. Der dauerhafte Free-Tarif erlaubt eine Website mit bis zu 50 Seiten und rund 100 Blöcken, bietet aber nicht den vollständigen Funktionsumfang und keine eigene Domain. Personal umfasst eine Website, bis zu 1.000 Seiten und mindestens 600 Blöcke; Business erweitert dies auf fünf Websites und ergänzt insbesondere Code-Export und API. Auf der deutschen Tilda-Preisseite werden die Beträge derzeit trotzdem in US-Dollar dargestellt: Personal kostet öffentlich 15 US-Dollar pro Monat oder wird mit 10 US-Dollar pro Monat bei jährlicher Zahlung beworben, Business mit 25 beziehungsweise 20 US-Dollar. Diese Werte sind nicht in Euro umgerechnet. Zusätzlich gibt es eine echte 14-tägige Premium-Testphase ohne Kreditkarte; danach kann entweder ein Bezahlplan gewählt oder zum dauerhaften Free-Tarif zurückgekehrt werden.
Für Gestaltung und Seitenaufbau kombiniert Tilda Standardblöcke, Vorlagen und den freien Zero-Block-Editor. Standardblöcke sind sinnvoll, wenn Seiten schnell mit bereits abgestimmten Abständen, Typografie und responsivem Verhalten entstehen sollen. Zero Block bietet mehr Kontrolle über Positionierung, Raster, Ebenen, Breakpoints und Animationen und eignet sich deshalb eher für individuelle Markenauftritte oder pixelgenauere Designs. Eigene Schriften können in Bezahlplänen eingebunden werden; außerdem stehen integrierte Icon- und Bildressourcen zur Verfügung. Ein offizieller Figma-Workflow ermöglicht, vorbereitete Designs in Zero Block zu übertragen. Der Import ersetzt dennoch nicht jede Nacharbeit: Struktur, Verschachtelung, responsive Varianten und Bildübernahme sollten nach dem Transfer geprüft werden, besonders wenn das ursprüngliche Figma-Layout komplex aufgebaut ist.
KI-Funktionen sind inzwischen ein fester Bestandteil der Plattform. Tilda kann Seitenentwürfe und Texte erzeugen oder vorhandene Texte umschreiben. Mit Vibe Block kommt ein stärker codeorientierter KI-Baustein hinzu: Eine Funktion oder Interaktion wird in Textform beschrieben, woraufhin ein eigener Webblock erzeugt werden kann. Der generierte Code bleibt sichtbar und kann kopiert oder weiterbearbeitet werden. Damit lassen sich auch Elemente umsetzen, die nicht als Standardblock vorhanden sind. Die Funktion ersetzt aber keine beliebige Backend-Entwicklung und kann bei anspruchsvollen Sonderfällen Kenntnisse in HTML, CSS oder JavaScript erfordern. Für Vibe Block gelten außerdem nutzungsabhängige Limits je Tarif; diese Kontingente sind dynamische Produktangaben und sollten bei intensiver KI-Nutzung direkt in der aktuellen Tilda-Hilfe kontrolliert werden.
Für Lead-Erfassung bietet Tilda Formulare, Quizformulare, Datei-Uploads und mehrere Weiterleitungswege. Formulardaten können im Projekt gespeichert, per CSV exportiert und zusätzlich an Dienste wie Google Sheets, Mailchimp, Brevo, MailerLite, HubSpot, Pipedrive, Salesforce, Monday.com, Notion, Slack, Trello oder Zapier übergeben werden. Webhooks ermöglichen die Anbindung eigener Systeme. Neue Leads können außerdem per E-Mail oder Telegram gemeldet werden. Die Speicherung von Formulardaten in Tilda ist konfigurierbar; als Standard nennt die Dokumentation einen Monat und bietet unter anderem kürzere oder längere Fristen sowie die Möglichkeit, keine Speicherung zu verwenden. Für Projekte mit personenbezogenen Daten ist diese Einstellung praktisch relevant und sollte bewusst an den eigenen Zweck und die rechtlichen Anforderungen angepasst werden.
Tilda CRM ergänzt die Formulare um eine einfache Kontakt- und Vertriebsverwaltung. Leads aus Tilda-Formularen können automatisch übernommen, in Tabellen oder Pipeline-Ansichten organisiert und mit eigenen Stufen versehen werden. Kontaktkarten bündeln Stammdaten, Herkunft und Verlauf; E-Mails lassen sich aus dem CRM versenden und Kontakte als CSV exportieren. Für Selbstständige, kleine Firmen oder überschaubare Vertriebsprozesse kann das genügen, weil kein separates CRM für jeden einfachen Lead-Workflow nötig ist. Tilda positioniert das eigene CRM jedoch selbst nicht als Ersatz für ein tiefes Enterprise- oder Sales-System. Wer komplexe Forecasts, sehr differenzierte Berechtigungsmodelle, umfangreiche Automationslogik oder unternehmensweite Vertriebsprozesse benötigt, sollte ein spezialisiertes CRM prüfen und Tilda gegebenenfalls nur für Website und Lead-Erfassung einsetzen.
Der E-Commerce-Bereich deckt Produktkatalog, Varianten, Bestände, Warenkorb, Rabatte, Kundenkonten und Zahlungsanbindungen ab. Tilda nennt im aktuellen Preisvergleich bis zu 5.000 Produkte im Personal-Tarif und bis zu 50.000 im Business-Tarif. Stripe und PayPal gehören zu den bekannten Zahlungsanbindungen; weitere Zahlungsdienste und eigene Wege können je nach Region und technischer Anbindung ergänzt werden. Für kleine und mittlere Shops ist praktisch, dass Website, Produktdarstellung, Formulare und Verkauf in derselben Oberfläche liegen. Grenzen werden eher bei sehr komplexen Handelsprozessen sichtbar, etwa umfangreicher Logistik, spezialisierten ERP-Verbindungen oder Anforderungen, die auf dedizierten Shopplattformen tiefer abgebildet werden. Vor einem größeren Shopprojekt sollten deshalb die konkret benötigten Zahlungs-, Versand- und Katalogfunktionen gegen die aktuelle Tilda-Dokumentation geprüft werden.
Mitgliederbereiche und Kursfunktionen erweitern Tilda über klassische Unternehmensseiten hinaus. Nutzer können importiert und Gruppen mit unterschiedlichen Zugriffsrechten angelegt werden. Kurse lassen sich mit Lektionen und Lernfortschritt strukturieren, sodass einfache Lernangebote direkt auf derselben Plattform wie Website und Marketingseiten betrieben werden können. Für Coaches, Schulungsanbieter oder kleinere Mitgliederangebote ist das interessant, wenn keine umfangreiche Lernplattform mit Prüfungslogik, komplexen Zertifikaten oder tiefem Bildungsmanagement nötig ist. Daneben unterstützt Tilda Feeds für Blogs und News, interne Website-Suche, E-Mail-Seiten beziehungsweise Kampagnenlayouts sowie Passwortschutz für geschlossene Bereiche. Damit kann eine einzelne Plattform mehrere öffentliche und geschützte Inhaltstypen abdecken, ohne dass für jeden Bereich zwingend ein eigenes CMS eingesetzt werden muss.
Bei SEO und Analyse stehen Seitentitel, Meta-Beschreibungen, Suchmaschinen-Einstellungen, XML-Sitemaps, robots.txt, Weiterleitungen und weitere Grundfunktionen zur Verfügung. Google Analytics und Google Tag Manager können angebunden werden; zusätzlich gibt es eigene Statistiken. Diese Werkzeuge ersetzen keine spezialisierte SEO-Suite, decken aber viele technische Basisaufgaben direkt im Website-System ab. Für eigene Integrationen kann HTML-, CSS- und JavaScript-Code eingebunden werden. Server-seitige PHP-Logik läuft dagegen nicht einfach innerhalb des Tilda-Editors; dafür sind externe Systeme oder eigene Endpunkte nötig. Ein natives A/B-Testing ist derzeit nicht eingebaut. Besonders wichtig ist, dass eine noch auffindbare Tilda-Hilfe zu Google Optimize technisch überholt ist, weil Google Optimize eingestellt wurde. A/B-Tests sollten daher über aktuell verfügbare externe Lösungen geplant werden.
Business-Konten erhalten zusätzlich statischen Code-Export und API-Zugriff. Beim Export wird eine statische HTML-Version zusammen mit benötigten Dateien wie CSS, JavaScript und Bildern als Paket bereitgestellt und kann auf eigenem Hosting veröffentlicht werden. Das reduziert die Bindung bei statischen Seiten, bedeutet aber nicht, dass die komplette Tilda-Plattform selbst gehostet werden kann. Dynamische Dienste wie Tilda CRM, Mitgliederbereiche, Produktkataloge oder bestimmte Formularfunktionen werden nicht als eigener Tilda-Backend-Stack mit exportiert. Wer Tilda vollständig verlassen und eine exportierte Seite eigenständig betreiben möchte, muss solche Funktionen gegebenenfalls durch eigene oder externe Dienste ersetzen. Auch die API ist vor allem für automatisierte Projekt- und Exportabläufe relevant und macht Tilda nicht zu einer frei installierbaren On-Premise-Anwendung.
Tilda stellt eigene Datenschutz-, Cookie-, Sicherheits- und Datenverarbeitungsdokumente bereit. In der aktuellen DPA werden Hetzner Online GmbH für die Speicherung personenbezogener Daten, G-Core Labs SA für Speicherung und Backups von Nutzerprojekten sowie Google Cloud EMEA Limited für Informationssicherheit als Auftragsverarbeiter genannt. Die Sicherheitsseite nennt Hauptserver in Deutschland und Finnland und DDoS-Schutz über Cloudflare. Gleichzeitig erklärt Tilda in der Server-FAQ, dass die Plattform als verteiltes System Ressourcen und Partner-Server weltweit nutzt. Die DPA nennt grenzüberschreitende Übermittlungen innerhalb der EU sowie in die USA für Speicherung und Backups von Nutzerprojekten. Deshalb sollte aus dem Standort der Hauptserver nicht geschlossen werden, dass sämtliche Daten ausschließlich in Deutschland oder der EU bleiben. Diese Angaben sind Anbieterinformationen und keine pauschale Garantie, dass jede mit Tilda gebaute Website automatisch alle Anforderungen der DSGVO erfüllt. Betreiber bleiben dafür verantwortlich, eigene Inhalte, Formulare, eingebundene Dienste, Cookies, Tracking, Aufbewahrungsfristen und internationale Datenübermittlungen passend zum Nutzungskontext zu prüfen.
Rechtlicher Betreiber für die internationale tilda.cc-Plattform ist Tilda Platform Cloud Services Co. LLC mit Registrierung in Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Tilda nennt Nikita Obukhov als Gründer und das Jahr 2014 als Gründungsjahr. Die Plattform wird aktiv weiterentwickelt und erhielt 2026 unter anderem weitere KI- und Content-Funktionen. Bei der Bewertung durch Nutzer liegt das größte aktuell geprüfte direkte Profil auf Trustpilot mit 4,3 von 5 Punkten bei 92 Bewertungen. G2 folgt mit 4,5 von 5 bei 76 Bewertungen, SaaSworthy mit 4,2 bei 71 Ratings. Capterra, GetApp und Software Advice zeigen jeweils 70 Bewertungen und gehören zum Gartner-Digital-Markets-Umfeld; diese Bestände sollten deshalb nicht zusammengerechnet werden. Kleinere Profile existieren unter anderem bei Product Hunt, TrustRadius, SourceForge, Slashdot, FinancesOnline, Serchen und für das offizielle WordPress-Plugin.
Aus den öffentlichen Nutzerbewertungen ergibt sich ein gemischtes, aber überwiegend positives Bild. Häufig gelobt werden einfache Bedienung, schnelle Seitenerstellung, Designqualität, Zero Block und die Möglichkeit, ohne tiefes Coding zu veröffentlichen. Wiederkehrende Grenzen betreffen bei anspruchsvolleren Projekten die Tiefe einzelner Standardblöcke, zusätzlichen Aufwand für responsive Feinarbeit in Zero Block, mehrsprachige Pflege und E-Commerce-Anforderungen, die über typische kleinere Shops hinausgehen. Bewertungen sind Momentaufnahmen und kein eigener ToolWissen-Praxistest. Für eine Entscheidung ist deshalb sinnvoll, die gewünschte Website zunächst im Free-Tarif oder während der 14-tägigen Testphase nachzubauen und besonders jene Funktionen zu prüfen, die später schwer zu wechseln sind: Shoplogik, Mitgliederzugriffe, Formularstrecken, Mehrsprachigkeit und Exportanforderungen.
Tilda passt besonders gut zu Selbstständigen, Designern, Agenturen, Marketingteams, Content-Verantwortlichen, Coaches, Kursanbietern und kleineren Unternehmen, die visuell arbeiten und möglichst wenige Systeme für Website, Leads und einfache Verkäufe kombinieren möchten. Weniger passend ist die Plattform für Organisationen, die den gesamten Editor und alle Dienste selbst hosten müssen, komplexe Enterprise-CMS- oder CRM-Strukturen benötigen, vollständig offline arbeiten oder sehr tiefe Shop- und Backend-Logik erwarten. Direkte Alternativen hängen deshalb vom Schwerpunkt ab: Webflow und Framer sind stark bei designorientierten Webprojekten, Wix und Squarespace bei klassischen All-in-One-Websites, Shopify bei anspruchsvolleren Shops, WordPress bei offenem CMS-Ökosystem und stärkerer Hosting-Kontrolle, Carrd bei sehr einfachen Onepagern. Welche Alternative besser passt, hängt vor allem von Designfreiheit, Datenkontrolle, E-Commerce-Tiefe, Wartungsbereitschaft und gewünschtem Exportmodell ab.
Das offizielle Empfehlungsprogramm von Tilda ist kein klassisches provisionsbasiertes Affiliate-Programm. Kontoinhaber erhalten einen persönlichen Empfehlungslink und können Bonuszeit im Tilda-Abonnement bekommen, wenn eine geworbene Person über diesen Link ein kostenpflichtiges Paket kauft. Laut offizieller Beschreibung merkt sich Tilda die Zuordnung auch dann, wenn der Kauf erst später erfolgt; die Bonusdauer hängt von den beteiligten Tarifen ab. Tilda weist zugleich ausdrücklich darauf hin, dass kein Partnerprogramm existiert, das Geldprovisionen für die Bewerbung der Plattform auszahlt. Für Leser bedeutet das: Es gibt ein Referral-System mit Abovorteil, aber keine öffentlich bestätigte Cash-Provision. Ein öffentlicher Programmlink ist deshalb auch nicht automatisch ein monetarisierter Affiliate-Link.